Welchen Film habt ihr als letztes gesehen? II

Ich habe The Social Dilemma vergangenes Wochenende auch geguckt. Im Punkt sehr empfehlenswert stimme ich voll zu, allerdings war da irgendwie nichts neues bzw. erschreckendes bei. Außerdem wird nur das Problem beschrieben und keine wirkliche Lösung präsentiert. Nichtsdestotrotz braucht es diese Doku, um die Diskussion über Sinn und Nutzen von sozialen Medien breit zu diskutieren.

Zum einen: wir sind hier natürlich auch in einem sehr internetaffinen Forum unterwegs. Ich würde schätzen, dass meiner Instagrsm-Cousine da sehr viel neu und erschreckend vorkommen würde.

Zum Thema Lösung: das ist auch nie Aufgabe einer Doku, ich frag mich immer warum das Leute als Kriterium für ne Doku nehmen.
Und wenn ich mich recht entsinne hat doch zumindest einer der Interviewten so ne Art „Datensteuer“ vorgeschlagen.

Intrige (An Officer and a Spy)

Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts. Die Dreyfus-Affäre erschüttert sowohl die Politik als auch die Gesellschaft. Worum es dabei genau geht, wie es dazu kam und wer da so alles involviert ist, erzählt nun dieses sehr ruhig erzählte, hübsch anzuschauende und gekonnt inszenierte (immerhin sitzt hier ein Herr Polanski im Regiestuhl) Historiendrama. Das nur leider für seine Laufzeit von über 2 Stunden recht ereignisarm daher kommt und dementsprechend in der Mitte gerne mal etwas fad wird. Es kann durchaus sein, dass die Ereignisse auf dem Papier recht spektakulär waren, nur leider überträgt sich das nicht so recht auf den Film. Wäre die tolle Ausstattung und das großartige Schauspiel nicht gewesen, ich wäre wohl irgendwo in der Mitte eingepennt.

Wer von Historiendramen nicht genug bekommen kann und sich für die Gepflogenheiten des (französischen) Militärs aus dieser Zeit interessiert, kann sicherlich mal einen Blick riskieren. Muss aber auch nicht unbedingt sein.

6/10

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Ersteres stimmt voll und ganz. Darauf zielte auch mein letzter Satz ab. Eine solche Doku auf Netflix erreicht (hoffentlich) auch eine breitere Masse außerhalb der internetaffinen Bubble. Deshalb auf jeden Fall empfehlenswert.

Das mit der Datensteuer hatte ich tatsächlich schon wieder vergessen. Die drei Regeln am Ende waren auch ein erster sinnvoller Ansatz. Generell muss den Kindern und Jugendlichen ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit den Medien beigebracht werden. Ich finde es halt nur ärgerlich, dass die Leute aus der Branche nur wenig mehr als quasi „wir verbieten unseren Kindern alles“ zu bieten hatten. Provokant formuliert. Da das aber auch einfach den gewünschten Effekt erzielt, sich äußerst kritisch damit auseinander zu setzen, wenn schon diese Leute selbst so darüber denken, ist der Zweck der Doku ja erfüllt :slight_smile:

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The Void auf Blu Ray

Ein wirklich guter Horrorfilm. (Hat was von Lovecraft)

Bedrohliche Atmosphäre :white_check_mark:
Geile Creature Effekte :white_check_mark:
Hammer praktische Effekte :white_check_mark:

Ich meine auch, dass da nur ein oder zwei Jumpscares drin waren :slight_smile:

Leider ist der Film noch zu unbekannt. Ich hab den vor ein paar Jahren zum ersten Mal gesehen und war wirklich positiv überrascht.

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Enfant Terrible (2020)
von Oskar Roehler

Eigentlich ist das nen Film, der gar nicht so richtig funktionieren sollte. Die Larger-than-Life Performances sind an manchen Stellen nicht so toll anzuschauen (Oliver Masucci hat mir im großen und ganzen aber gut gefallen), die Dialoge sind manchmal cringy (bspw. “Alles ist Film“ oder “I go where it hurts“ in einem Biopic über einen Filmschaffenden find ich einfach ne Spur drüber) und zu lang ist er auch.

Eigentlich. Denn als Ganzes gesehen als Geschichte eines Exzessiven und wie sich dieser Exzess im Protagonisten und seinem Umfeld manifestiert, funktioniert das dann doch ganz gut für mich.

7/10

The Devil All the Time, 2020
Antonio Campos

Was sollte das sein? US-amerikanische (Krimi-)Romantik?
Hat mich leider null bewegt, fand ich nicht mitreißend… Weiß auch nicht. Haben alle wunderbar gespielt und ich würde niemals in den USA trampen.

Die Stilrichtung nennt man wohl Southern Gothic.

The Matrix Reloaded

Wenn ich schon die DVD-Box aus dem Regal fische, kann ich auch gleich weitergucken. Und wenn ich vor ein paar Tagen bei ersten Matrix-Film schrieb, dass der wegweisend für die nächsten 20 Jahre im Kino werden sollte, trifft das auch auf die Fortsetzung zu, nur nicht unbedingt im positiven Sinn.

Dabei macht die Fortsetzung auch Sachen richtig, aber immer wieder unterbrochen von Sachen, die eben Käse sind. Aber fange ich einfach am Anfang an. Wie schon bei Matrix startet Reloaded mit einer Actionszene rund um Trinity. Das die Frau die starke Rolle bekommt, die Eröffnung bekommt, das war wieder wegweisend, aber bei Reloaded stellt sich das dann als Fälschung heraus, weil Neo davon träumt, schade.

Der Kampf gegen Seraph wirkt einfach uninspiriert, weil man den Kampf gegen Morpheus vom ersten Teil wieder aufgreifen muss. Die CGI-Effekte beim Kampf gegen die Smiths schwankt zwischen sehr gut (face swap bei Hugo Weaving) und sehr hässlich (die Eisen-Gummistange, Neos „Mantel“). Und diese schwankende Qualität zieht sich letztendlich durch den ganzen Film, weil man sich einerseits am ersten Film in vielen Szenen orientiert und andererseits immer noch was draufsetzen muss. Daher hat man nicht nur die Besatzung der Nebuchadnezar, sondern gleich mehrere Schiffe und Zion (über den echt miesen tribal techno sag ich lieber nichts), das Orakel macht mehr Exposition als im ersten Teil, und dann hat man noch extra viel Exposition durch den Merowinger und den Architekten. Dabei sind deren philosophischen Gedankenspiele per se nicht schlecht, werden aber für mich schlecht präsentiert. Im ersten Teil hat man auch zwei dicke Infodumps, einmal als Morpheus Neo die Matrix erklärt und dann, als Smith Morpheus verhört und die beiden Szenen waren entwder optisch interessant oder spannend inszeniert, aber hier haben wir zwei mal so trockene Szenen, in denen der Zuschauer nur zugeballert wird. Und die Szene mit dem Architekten muss man sich eh mehrfach anschauen (und heute schreiben hier Leute, dass die Tenet mehrfach schauen mussten :smiley: ).

Und

dann kam Mad Max Fury Road, eine lange Actionszene. :smiley: Oder die Highway-Klopperei bei Captain America The Winter Soldier.

Doch, Matrix Reloaded macht eigentlich viel richtig, allen voran die Repräsentation von schwarzen und/oder weiblichen Schauspielern/Figuren. Wenn man sich anschaut, wie heute darum gefetzt wird, will man immer das Will Smith Meme rausholen, in dem er auf Dinge zeigt und das Ding ist Matrix. Es geht doch! Und dann macht Matrix Reloaded aber auch immer wieder Sachen falsch, in dem es für mich übers Ziel hinausschießt und Elemente entweder zu trocken präsentiert oder halt zu weit drüber (das Problem habe ich vor allem im Bezug auf Zion und wenn Neo sich zu Internet-Jesus wandelt). Letzteres ist halt auch so ein Ding mit Superheldenfilmen, man muss die Bedrohung halt immer größer aufziehen, damit der Held auch eine Herausforderung hat und daran scheitern auch aktuelle Filme immer mal gerne.

Morgen dann Revolutions und vielleicht noch Animatrix.

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Ah, vielen dank! Oft gesehen, aber nicht bewusst gewesen, dass das eine Stilrichtung rein soll.

The Witch (2015)

Habe den seit Jahren auf der Watchlist und gestern war es dann endlich soweit. Inhalte sind typisch A24, eine Mischung aus Familiendrama und okkultem Horror, gepaart mit einem starken Score und ästhetischen Bildern. Wäre ich von anderen Produktionen des Studios nicht so verwöhnt, hätte mir The Witch wahrscheinlich besser gefallen. Auch wenn der Film mMn einen Sogeffekt durch die dichte Atmosphäre und Sprache der Charaktere erzielt, fehlte es mir dennoch etwas an Originalität. Es muss auch nicht zwingend viel Handlung sein, jedoch wiederholte sich hier zu oft dieselbe Art von Drama (in Bezug auf Thomasin). Das Hexenthema wurde mir etwas zu wenig aufgegriffen, auch wenn ich die gewollte Subtilität verstehe.
Grob zusammengefasst, fande ich den Anfang vielversprechend und das Ende auch sehr gut umgesetzt, jedoch wiederholte sich das Familiendrama im mittleren Teil zu sehr.

Ich freue mich trotzdem auf weitere Filme von Robert Eggers (The Vampyre, The Northman, The Knight), die vielleicht als Gesamtwerk betrachtet, wie Verfilmungen zu düsteren Groschenromanen, eine stärkere Wirkung entfalten können.

3.5/5

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Shoplifters
Beinahe beiläufig und mit einer unnachahmlichen Natürlichkeit fängt Koreeda intime, echte, kleine Momente ein, aus denen sich ein so warmherziges wie herzzerreißendes Bild einer Familie bildet, die weniger durch Blutsverwandtschaft als viel mehr durch Liebe, Sorge und Zuneigung zusammengehalten wird. „Shoplifters“ kreiert dabei unaufgeregt wunderschöne Szenen wie die Eröffnungsszene oder den Nachmittag am Strand, ohne jedoch die sozialen Probleme zu verdrängen. Die Einrichtung des Hauses sowie die überzeugenden Darsteller fügen sich nahtlos in die ruhige Handlung ein, die insbesondere im letzten Drittel an Dramatik zulegt und ein bewegendes Ende bereithält.

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In the Absence

Danke für den Tipp, @LeSchroeck (bzw. Tino).
So viel menschliches Versagen, so viel emotionale Kälte, so wenig Interesse an der Rettung von Menschenleben. Hat mich echt fassungslos züruckgelassen. Und es ist wirklich passiert, das macht es noch schlimmer.

Tenet

Wie immer ein sehr gut dirigierter, produzierter Nolan-Film.
Durchweg sehr solide, schauspielerische Leistungen, bei denen aber niemand wirklich heraussticht.
Ich würde lűgen, wenn ich behaupten wűrde, ich hätte das große, entscheidende Element dieses Films in Gänze verstanden. Da würde auch ein zweites Anschauen eher wenig bringen. :sweat_smile:
Ich muss aber sagen, dass hier für mich wenig zurűckbleibt. Das ist z.B. bei einem „Memento“ anders.
Alles wirkt eher nüchtern, kalt, durchinszeniert erzählt.
Ein sehr positives Element war für mich der Soundtrack, den höre ich definitiv nochmal an. :ok_hand:

7/10

the boys in the band
netflix
Die filmische Umsetzung eines Stückes aus den 60ern, kurz vor den Ereignissen um Stonewall.
Es geht um 9 Männer, die auf einer Geburtstagsfeier zusammen kommen. Zentrales Thema dieser Zusammenkunft ist die Homosexualität und wie unterschiedlich die Charaktere sich in und mit dieser in ihrer noch sehr homophoben Gesellschaft 1968 zurecht finden. Die Dialoge, die daraus entstehen sind spannend, interessant und geben teilweise auch bittere, tiefe Charakterzüge zum Vorschein. Ich hab ihnen sehr gerne über diese 2 Stunden zugehört.
Zum Schluss kann ich sagen : Wow, ich bin so beeindruckt von diesen Charakteren und ihrer Darstellung. Kann auch sehr die etwa 20 minütige Doku dazu im Anschluss empfehlen.

The Matrix Revolution

Dieses ganze Gekloppe und Gebolze, die Schlacht um Zion, das hätte ich echt nicht gebraucht. Dabei war der Film insgesamt noch fast anders gestrickt als die beiden Vorgänger, denn der Infodump samt Philosophie gibts gleich in den ersten paar Minuten, wenn Neo in der U-Bahn Station feststeckt, Trinity und Morpheus das Orakel aufsuchen und dann sich mit dem Merowinger rumprügeln. Eigentlich ne schöne Szene vor dem Club, ist halt eine Kopie des Lobby-Shootouts aus dem ersten Teil und Trinity bekommt wieder einen Slow-Mo Sprung. Nunja, immerhin gibt es nochmal Monica Bellucci in engen Klamotten (sorry, aber Sie sieht nunmal unverschämt gut aus).

Und dann? Dann halt das Gebolze um Zion, eine so ermüdende Massenschlacht mit nur semigutem CGI, dass man echt froh ist, wenns vorbei ist. Und beim Finale, wenn Neo die Maschinenstadt erreicht, da übertreiben es die Wachowskis mit der religiösen Symbolik, bevor es wieder zurück in die Matrix geht und nach einem nochmal ziemlich ermüdenden Gekloppe zwischen Neo und Smith die Lösung kommt, die schon im ersten „Prince of Persia“ von 1989 gemopst wurde. Oder wahlweise auch aus dem ersten Erdsee-Roman von 1968. Sein Gegenstück eben nicht bekämpfen, weil das nicht die Lösung ist. Tja, nun.

Immerhin, wenn Smith zwischendurch das Orakel „frisst“ und anfängt zu lachen, da wünscht man sich fast, er hätte vor 20 Jahren das Angebot bekommen, den Joker zu spielen.

Anyway. „Revolutions“ ist mit Abstand der schwächste Film, mit sehr weitem Abstand und ich denke, wenn man „Reloaded“ neu schneiden und aus "Revolutions zwei Drittel rausschmeissen würde, hätte man einen guten, vielleicht knapp unter 3 Stunden langen Film.

Animatrix

Ewig nicht mehr gesehen und die sind schon, ich sag mal unterschiedlich gut gealtert. „Final Flight of the Osiris“ sieht nach heutigen Maßstäben echt furchtbar aus, auch wenn der von der Story fast der wichtigste Kurzfilm ist. „The Second Renaissance Part I&II“ funktioniert als Infodump auch nur so mittel, aber es sieht schon toll aus. Danach nimmt das Projekt aber ordentlich Fahrt auf, allen voran mit „Beyond“ und „A Detective Story“

Das mit den animierten Kurzfilmen wurde auch erst wieder zu Blade Runner 2049 aufgegriffen, oder?

Enola Holmes

Eigentlich ein durchaus sympathischer Film, technisch und schauspielerisch gut umgesetzt. Die Story ist echt solide.

Aber! Das ständige Durchbrechen der vierten Wand ging mir sowas von auf den Nerv. Ich habe den Film tatsächlich am Ende in vier Etappen geschaut, das hält man ja sonst nicht aus. Meine Güte.

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Bad Boys for Life

Mal Bad Boys for Life nachgeholt.
Der Film war für mich leider nur ok.
Für mein Gefühl lag der Fokus zu sehr darauf das Will Smith und Martin Lawrence alt sind. Eine menge Sprüche und Jokes zielten nur sehr einfach darauf ab sich darüber lustig zu machen. Und es sind schlechte Jokes. Die ganze Action Szenen kann man sich auch echt schenken da gibt es nichts was daran spannend oder actionreich ist.

Enola Holmes:
Naja… gar nicht meins.
Der Film ist irgendwie extrem langweilig.
Ich glaube das Hauptproblem ist, dass er drei Plots enthält, und alle etwa so vorhersehbar und generisch sind, dass du von Anfang an voraussagen kannst, wohin sie sich entwickeln. Das grösste Problem mit der Vorhersage hätte man vermutlich, wenn man versuchen würde einen Verlauf der drei Plots vorauszusagen, welcher alle drei Stränge solide zusammen führt. Denn das versucht der Film gar nicht erst.

Auf der einen Seite haben wir die Story, wo Enola versucht ihre Mutter zu finden, und es sehr, sehr schnell klar wird, dass sie wohl zu einer Art politischer Gruppe von Frauen gehört, welche etwas für die Frauenrechte tun will. Ich spoile hier nichts, der Film ist SEHR, SEHR deutlich damit.
Der zweite Plot bezieht sich darauf, dass Enolas Brüder sieh zu einer „Lady“ machen wollen, und Elona das nicht will, weil sie eine selbständige, kämpferische Frau ist welche mit dem ganzen Lady-Zeugs nicht anfangen kann. Dieser Plot ist insofern mit dem ersten Verknüpft, dass die Brüder nur das sagen haben, weil die Mutter verschwunden ist… aber sonst hat es relativ wenig zu tun und zum Ende des zweiten Aktes kommt ein Storyeinschub dazu, der den Film einfach mal zum Stillstand kommen lässt, bevor man die anderen zwei Plots wieder aufnehmen kann…
Und von diesen zwei anderen Plots ist der letzte dann der Fall über den Jungen Lord, der auf der Flucht vor seiner Familie ist. Mit dem Enola nur in Kontakt kommt, weil sie PER ZUFALL im genau richtigen Abteil, im genau richtigen Zug, zur genau richtigen Zeit nach London fährt. Wäre sie ein Abteil weiter gegangen wäre sie mit diesem Plot wohl nie in Kontakt geraten.

Diese drei Plots hängen zwar durchaus THEMATISCH zusammen, aber nicht wirklich inhaltlich.
Und thematisch sind sie mir dann einfach zu stumpf.
Ich habe meine Mühe mit diesen „Periode-Pieces“, welche den historischen Kampf der Frau um Frauenrechte zeigen will, aber es so „vage“ lässt, damit man es auch noch auf heute anwenden kann, damit am Schluss alle sagen können: „Oh, über 100 Jahre später, und wir sind immer noch nicht besser!“
Ich finde das tut der ganzen Thematik und dem Kampf der Verschiedenen Wellen des Feminismus einfach unrecht, wenn man es so plump und oberflächlich anschaut.

Und dadurch, dass der Film seine drei Plots nie wirklich zusammen bringt (was zum Schluss GANZ extrem wird, wenn man realisiert, dass der Film effektiv DREI verschiedene Enden hat, für jeden der Plot einen) und seine thematischen Zusammenhänge derart oberflächlich sind, war ich einfach nicht wirklich involviert in den Film und die meiste Zeit gelangweilt.
Hierbei hilft auch nicht, dass ich eigentlich das Sherlock-Holmes-Konstrukt sehr mag, aber seine Relevanz zu dieser Geschichte nicht wirklich sehe.
Ok, Elona ist eine Art Detektivin, wie ihr älterer Bruder, aber der „Detektiv-Fall“ ist so dünn, dass die parallelen relativ irrelevant werden.
Der obskure Charakter von Mycroft Holmes hat in diesem Film NULL mit dem ursprünglichen Charakter zu tun, sodass man ihn genauso gut mit einem weiteren vergessenen Holmes-Kind Bobby Holmes hätte ersetzen können… oder die Familie gar nicht erst die Holmes Familie hätte machen müssen.
Aber hey: Immerhin, Henry Cavill funktioniert erstaunlich gut als Sherlock Holmes, und die Szenen mit ihm sind ein Highlight. Ehrlich gesagt, ich wünschte mir man hätte einfach einen Sherlock-Holmes-Film mit ihm in der Hauptrolle gemacht.

Also ja… der Film hat für mich wirklich nicht gut funktioniert.
Er ist handwerklich durchaus „solide“ gemacht, aber weder die Regie Arbeit noch die Kameras oder die Atmosphäre stechen irgendwie heraus. Er ist halt wirklich gerade solide und handwerklich „gut genug“ gemacht, dass man ihn einfach passiv über sich wegwaschen lassen kann, ohne dass man sich gross an irgendwas stört.

Fazit: Drei Plots welche nie richtig zusammen kommen und eine zu oberflächliche Auseinandersetzung mit den Themen des Filmes sorgen dafür, dass dieser Film sehr, sehr schleppend und langweilig ist.

Soeben nach vielen Jahren mal wieder „Batman Begins“!

Ich mag den Auftakt der Reihe ja total gerne! :slight_smile:

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The Dark Side of Oz

Von gehört, lange vergessen und jetzt endlich mal angeschaut :smiley:

Hintergrund: Es gibt eine Urban Legend, dass das legendäre Album „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd zu „Der Zauberer von Oz“ von 1939 quasi als Hintergrundmusik entstanden ist - wie immer bei solchen Storys und aus dieser Zeit natürlich unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen.

Wer mal rein schauen will:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich jetzt auch Anhänger der Theorie bin :smiley: Das sind einfach zu viele Zufälle. Manche Szenenwechsel passen perfekt auf die Musik; wenn sich die Dynamik einer Szene ändert, ändert sich oft auch die Dynamik der Musik. Und dann diese vielen kleinen Sachen, wie wenn ein Schild, wo „Past, Present, Future“ drauf steht, genau dann ins Bild kommt, wenn das Solo von „Time“ anfängt. Der Song „Brain Damage“ läuft wenn die Vogelscheuche singt, dass er ein Gehirn haben will und wenn von einer „Gun“ gesungen wird, hält er auch eine Pistole in der Hand. Genau in dem Moment, wo in einem Song „Blade“ gesungen wird, lugt eine Hellebarde hinter einem Hügel hervor… ich könnte noch lange so weiter machen.

Unter dem verlinkten Video ist ein Post, der diese ganzen Dinge mit Zeitstempeln aufführt.

Kleiner Tipp von mir: Schaut euch mal den Übergang in Farbe bei 19.30 an zu dem Song „Money“. Und dann den Tanz zum Solo ab Minute 24… kann mir doch keiner erzählen, dass das Zufall ist :man_shrugging:

Dazu: Die erste Seite des Albums auf Schallplatte ist genauso lang wie der erste Schwarz-Weiß-Part im Film. Und das Albumcover ist in Regenbogenfarben… na? „Somewhere over the rainbow“…

Also ich glaube man merkt: Mind Blown. Wenn man die Musik mag (man hört das Album 2 1/2 mal), dann sollte man sich es ansehen.

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Spider-Man - Far from Home:
So, jetzt habe ich diesen Film endlich auch nachgeholt. Nach dem durchaus gelungenen „Endgame“ war bei mir dir Lust auf weitere Marvel-Filme vorerst vergangen. War ein guter Abschluss, da konnte man es stehen lassen.
Jetzt, nach einer längeren Zeit, hatte ich mal wieder Lust auf einen dieser Filme und darum setzte ich mich an denjenigen, den ich noch nicht gesehen habe.
Und… Ja. Ganz gut.
Ist jetzt weder grossartig noch wirklich schlecht. Der Plot ist ein bisschen eigenartig, da ich keine Ahnung habe, wie er für Leute ist, welche Mysterio vor dem Film noch nicht kennen. Wenn man ihn und seine Geschichten etwas kennt, dann weiss man sehr gut, worauf das ganze hinauslaufen wird, und dann wirkt die erste Hälfte etwas… eigenartig.

Ich meine, sollte man zu irgend einem Zeitpunkt wirklich denken, dass Mysterio (von hier an „der Antagonist“ genannt, sodass ich nicht alles in Spoiler packen muss) auf der Seite von Spider-Man ist? Denn, wenn ja, dann verbringt man doch etwas zu wenig Zeit mit ihm um, ihn wirklich als neues Mitglied der Avengers zu sehen. Und wenn man bereits wissen sollte, dass man ihm nicht trauen kann, dann ist eine ganze Hälfte des Filmes doch etwas lange um mit Good-Guy-Mysterio zu verbringen.

Ausserdem ist der Antagonist dann doch einer der unterentwickelsten und schlechtes definierten Gegner des ganzen Marvel-Universums. Der Schauspieler macht zwar einen FANTASTISCHEN Job, dem Charakter in den wenigen Charakter-Momenten Persönlichkeit zu geben… aber wirkliche MOTIVATION und HINTERGRUND kriegt man nicht. Er hat effektiv EINE Szene, wo er eine Rede hält und seine Hintergründe darlegt, und die wird mehr dazu genutzt, sein Team vorzustellen, anstatt wirklich seine Beweggründe auszubreiten.

Dafür hat dieser Peter Parker von allen Filmversionen den BESTEN Liebesbeziehungs-Charakter. Zendaya ist einfach eine extrem sympatische Schauspielerin und ihre M.J. hat wesentlich mehr Persönlichkeit und Ecken und Kanten als die anderen Versionen die man bisher gesehen hat.
Ausserdem hat sie und Tom Holland einfach eine Menge Chemie zusammen, weswegen die Szenen mit und um die beiden so gut funktioniert.
Ehrlich gesagt: Die beiden sind so gut zusammen, dass ich viel mehr investiert war darin, wie die beiden ihre Beziehung entwickeln, als das ganze Superhelden-Zeugs herum.
Was brilliant ist, denn genau darum geht es thematisch in dem Film auch: Dass Peter Parker trotz weltbedrohlichen Katastrophen und Monster noch etwas anderes im Leben hat, was ihn in andere Richtungen zieht… und das ist der Wunsch nach einem normalen Teenager-Leben. Das ist nicht nur in den meisten Filmen ein extremes Thema sondern auch in den Comics, und dieser Film macht das hervorragend.

Die Action ist auch extrem gelungen.
Die Prämisse hinter den Kräften der Antagonisten ist zwar anfangs etwas schwierig zu schlucken und es hätte geholfen, wenn sie nicht gleich von Anfang an mit riesigen Monstern durch die Tür brechen würden (ehrlich gesagt: Wenn man an die Venedic-Szene denkt, dann muss man sich fragen, wofür Mysterio Starks Brille überhaupt brauchte… es sah so aus, als hätte er bereits mehr als genug technische Spielereien um eine ganze Stadt auseinaner zu nehmen. Kleiner starten wäre da besser gewesen) aber die visuelle Umsetzung ist extrem cool und das Konzept erlaubt für sehr, sehr kreative Spielereien.

Insgesamt ist der Film einfach gut. Er macht spass, er ist unterhaltsam, die Schauspieler sind gut… Ich kann mich über nichts wirklich beschweren.
Auf der anderen Seite wirkt es halt tatsächlich ein bisschen wie ein bisschen Restluft, welche noch im Franchise war, wo man nichts grosses verpasst hat, wenn man nach „Endgame“ nicht mehr wirklich weiter geschaut hat.

Fazit: Ein solider, unterhaltsamer Film. So gut und solide, wie man es von Marvel kennt… aber nicht sehr viel mehr.

Unbreakable:
Der zweite wirklich gute Film von M. Night Shyamalan… und leider bereits der letzte seiner Filme, den man ohne grosse Qualifikationen als „gut“ bezeichnen kann. Alles was danach kam waren alles massive Rückschritte in der Qualität.
Der Film hat ein sehr langsames Pacing und einen sehr ruhigen, eher meditativen Ton. Und das funktioniert extrem gut!
Was mir aber am meisten gefällt ist die Tatsache, dass man den Film ganz unterschiedlich lesen kann.

ICH sah ihn immer als eine Dekonstruktion des Superhelden-Mythos an. David ist NICHT WIRKLICH ein Superheld. Ja, er hat einen extrem unzerbrechlichen Körper, was einer „Superkraft“ gleichkommt, aber sie ist so subtil, dass er durchs Leben gehen kann, ohne es überhaupt zu realisieren. Und seine zweite Superkraft, seine „Intuition“ ist derart unzuverlässig (in den MEISTEN Fälle, die man als Zuschauer liegt er falsch mit seiner Vision), dass sie nichts wirklich taugt um darauf ein Superhelden-Karriere aufzubauen. Und seine „Schwäche“, sein „Kryptonit“ ist Wasser… Nicht weil es ihn wirklich schwächt, sondern einfach, weil er es nicht atmen kann, wie halt normale Menschen auch. Das ist nicht wirklich ein „Superheld“, dass ist ein Mensch mit einer biologisch interessanten Physiologie.
Ich lese den Film auch so, dass er Davids handeln in der einen Nacht wo er wirklich als „Held“ unterwegs ist nicht wirklich als etwas „positives“ feiert.
Ja, er rettet zwei Kinder, stirbt dabei aber auch fast selber… und da wir nicht wissen, wann die Mutter umgebracht worden ist ist es gut möglich, dass sie hätte überleben können, wenn er die Polizei angerufen hätte (spätestens nachdem er die Leiche des Vaters im Haus sah) anstatt selber den „Helden“ spielen zu müssen. Stattdessen ging er leichtsinnig auf Erkundungstour des Hauses, stirbt dabei beinahe selber, und muss zum Schluss zu mörderischer Selbstjustiz greifen, da er nicht die Polizei informiert hatte.
Ich persönlich denke auch, die letzte Szene, die letzte „Konfrontation“ zeigt das auch. Der „Super Schurke“ des Filmes wird nicht bekämpft, hat keinen super Plan der gestoppt werden muss… er ist einfach ein Psycho, und das einzig richtige, das einzige was David überhaupt machen kann, ist die Polizei anrufen. Er läuft geschlagen weg, weil er realisiert, dass er, genau wie Elijah, in ein Loch der Wahnvorstellung gezogen wurde. Elijah redete, er sei ein Superbösewicht und rechtfertigt somit seine Massenmorde… David redete sich ein, er sei ein Superheld, und rechtfertigt somit seine Selbstjustiz und sein unvernünftiges Handeln. Unterstützt wird das auch mit der Tatsache, dass diese Wahn-Idee derart schädlich und keineswegs etwas „Gutes“ ist, dass sie dazu führt, dass Davids eigener Sohn eine Schusswaffe gegen seinen Vater richtet.
Ich glaube der Film zeigt, dass auch wenn solche „Superkräfte“ existieren würden und es Menschen gäbe, die solche „Fähigkeiten“ hätten, dass die „Superhelden“-Idee dennoch völliger Quatsch ist, und jeder der denkt, dass er seine „Fähigkeiten“ so einsetzen könne wie es die Helden in den Comics tun, sich etwas vormachen… weil die Welt halt nicht so funktionieren würde, auch wenn es solche „Kräfte“ gäbe.

ABER:
Das ist MEINE Interpretation von der Geschichte, und ich kenne durchaus Leute welche den Film als TATSÄCHLICHE Superhelden-Geschichte sehen, die Origin-Story eines „Unbreakable Man“ und seines Nemesis-Antagonisten, „Mr. Glass“. Leute, welche den Film nicht als eine Dekonstruktion oder eine Verneinung des Superhelden-Mythos sehen, sondern als eine legitime Erweiterung des Genres.
Und ich sage nicht, dass diese Leute falsch liegen. Denn man kann den Film durchaus so auslegen.
Und deswegen finde ich diesen Film so gut.

Und darum war ich ÜBERHAUPT nicht begeistert, als ich von der Fortsetzung hörte. Ich wollte nicht, dass „Unbreakable“ im gleichen Universum spielt wie „Split“.
Aber was ich vor allem nicht wollte war, dass Shyamalan (vor allem ein 2019 Shyamalan, der viel seiner ursprünglichen Qualitäten verloren hat) zu dieser Geschichte zurück kehrt.
Denn es gibt nur drei Möglichkeiten, wie er diese Geschichte fortsetzen kann:

  1. Er zeigt klar, dass „Unbreakable“ ein echter Superhelden-Film ist, den es fortzusetzen gilt, und sagt damit klar, dass ich mit meiner Auslegung falsch liege
  2. Er zeigt klar, dass „Unbreakable“ tatsächlich eine Dekonstruktion des Genres ist und gibt meiner Interpretation recht
  3. Er spielt einen Mittelweg, wo er nicht ganz klar ist, aber augenzwinkernd sagt: „Oh ja! Das war absichtlich so unklar! Und dieser Film ist es jetzt auch! Bin ich nicht brilliant?“

Und KEINE dieser Optionen finde ich gut.
Offensichtlich will ich nicht, dass Option 1 richtig ist, denn dann kann ich „Unbreakable“ wohl nicht mehr mit meiner Interpretation schauen und der Film verliert, das, was ich bisher mochte.
Ich will Option 2 aber auch nicht, denn ich mochte es, dass das MEINE Interpretation ist, und dass man es anders interpretieren KANN, wenn man anders denkt und empfindet als ich.
Ich will aber auch Option 3 nicht, denn wenn „Glass“ einfach darauf rausläuft, dass er uns sagt: „Oh, schaut: Es ist nicht klar!“ dann will ich das nicht nochmals sehen… und ehrlich gesagt, so sehr wie Shyamalan inzwischen jeglichen Sinn für Subtilität verloren hat will ich auch keinen Film, der mir das subtile Genie von „Unbreakable“ explizit an den Kopf wirft…

Mit anderen Worten: Dieser Film ist brilliant, und „Glass“ wird es nur ruinieren können.

Fazit: Ein Film, den man auf ganz unterschiedliche Weisen lesen kann, mit gutem Casting in den Zentralen Rollen, einem langsamen Pacing und melancholischer, ruhiger Atmosphäre.

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Ich hab ja ein Herz für „Signs“. Solange der Film die Aliens nur andeutet finde ich ihn sogar sehr gut, Diese Invasion, die man nur aus der Perspektive einer Familie sieht und auf einer Farm… das fand ich einen ganz frischen Ansatz.
Ein Alien am Ende zu zeigen hat die Sache aber entmystifiziert und das, was da der Twist sein soll zieht den Film wirklich runter… denn die Erde wäre wirklich der letzte Planet den diese Aliens mit ihrer Schwäche versuchen würden zu erobern :smiley:

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