Welchen Film habt ihr als letztes gesehen? III

Nyad:
Überrascht mich extrem, dass ich von dieser Geschichte noch nie gehört habe. Denn es ist tatsächlich spektakulär!

Eine Frau in ihren 60ern schimmt von Kuba nach Florida… in ihren 60ern!!! WTF?! Echt unglaublich!

Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr faszinierend und die echten Leute auf denen sie basiert auch.
Die Schauspieler sind alle sehr gut gewählt, wenn man am Schluss die echten Bilder sieht. Und sie machen auch alle sehr gute Arbeit mit ihren Rollen.
Mir gefällt auch die Regiearbeit extrem gut! Der Film ist sehr stark gefilmt, aber die Regie bleibt insgesamt eher zurückhaltend und subtil. Ich sage es so, weil man es gerne mit „unspektakulär“ oder so verwechseln könnte, aber das wäre falsch. Der Film ist SEHR gut in Szene gesetzt und die Bilder machen genau das, was sie sollen: Die Story auf tolle Art zu erzählen und mit Bildaufbau und Schnitt den Text, das was der Film explizit sagt, zu unterstützen und zusätzliche Nuance reinzubringen.
Womit ich etwas Mühe habe ist das Drehbuch. Der Film ist leider einfach sehr, sehr generisch aufgebaut. Typisch Hollywood halt, wer schon Amerikanische Filme gesehen hat weiss genau, wie es laufen wird. Erster, zweiter, dritter Akt, der Tiefpunkt am Ende des zweiten Aktes wo sich alle Charaktere emotional anbrüllen und man danach in den dritten Akt geht wos nochmals so richtig episch wird… Der Film überrascht einfach nicht damit, wie er diese Geschichte erzählt. Der Tiefpunkt bezüglich generischem Storytelling kommt zum emotionalen „Tiefpunkt“, wo einer der Charaktere ein Radio einschaltet und GENAU IN DER SEKUNDE jemand in dem Radio eine Gedichtszeile vorliesst, welche zuvor in der Story schonmal symbolisches Gewicht hatte. Der Moment ist so dumm dass sogar der Charakter so reagierte, als könne sie es nicht glauben wie cheesy das gerade war…
Und dann gibt es noch diesen Aspekt des Plotes, der mit einem Traume in ihrer Kindheit und Jugend zu tun hat. Wie dieser Aspekt gehandhabt wird halte ich für nicht so gelungen. Die Protagonistin sagt zwar, dass sie das nicht definiere und dass sie nicht durch diese Opferrolle getrieben wird… .das Problem ist, dass ich das dem Film nicht abnehme. Du kannst in einem Film nicht die ganze Zeit zeigen, wie eine Person in ihren dunkelsten Momenten gedanklich immer an einen bestimmten Ort geht und dann sagen, dass das nicht ein treibender, definierender Aspekt ist. Ich verstehe, warum man den Aspekt nicht einfach ignorieren wollte und ich glaube ich verstehe auch, warum es so gezeigt wird wie es ist… aber in meinen Augen war das eher eine Fehlentscheidung.
Aber nichts davon trübt darüber hinweg, dass dieser Film eine absolut solide, spannende Geschichte ist, welche ich empfehlen würde und welche, alles in allem, wirklich sehenswert ist.

Fazit: Tolle Schauspieler, gute Regiearbeit und eine fantastische, echte Geschichte. Das Drehbuch hätte etwas kreativer sein dürfen.

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Virus auf Amazon

Gespoilert, weil nicht jeder den Gore sehen will, denke ich :sweat_smile:

Noch nie was von dem Film gehört und eigentlich nur angemacht, weil Jamie Lee Curtis mitspielt.

Allein wegen den Body Horror Effekten hat sich das mehr als gelohnt! Die sind echt großartig und man ist schon immer gespannt, welches Wesen denn nun als Nächstes um die Ecke kommt.

An der Story selbst krankt der Film dann aber recht und hat doch so einige Löcher, die selbst mir auffallen. Das ist nie ein gutes Zeichen :sweat_smile:.

6/10

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Ich weiß nicht, ob es naiv war. Am Ende sind die Osage ein reiches Volk konnten aber damit nichts anstellen, da ihnen ein weißer Vormund aufgetragen worden ist, da sie „nicht fähig gewesen sein“ mit Geld umzugehen. Vielleicht war auch für die Frauen über einen weißen Ehemann als Vormund der bessere gedachte Weg, um Geld auszugen oder zu nutzen statt irgendein Anwalt in der Stadt. Die Zahl von Anwälte stieg rapide dort nach den Gesetz. Ob das für Ehen geht konnte ich nirgends lesen.

Erstmal müssen die nichts Böses denken. Dating und Liebe ist dann Dating und Liebe. Wenn man sich dann in einen von denen verguckt. Im Film hat Ernest Burkhart alles versucht. Auch über William Hale hätten die erst nichts Böses erhanen müssen. Er gibt sich als Freund und Wohltäter.

Als dann langsam bewusst wird, dass da was im Busche ist, war doch auch die Stimmung gar nicht so friedlich unter den Osage. Nur was macht man, wenn niemand hilft, niemand glaubt und die die helfen wollen, dann auch noch ausgeschaltet werden? So ein Komplott zu jener Zeit (Rassismus, Korruption), mit der Angst jederzeit um die Ecke gebracht zu werden, ist denke ich gar nicht so eine einfache Situation.

Die Enkelin sagte in einen Interview, dass er voll unter den Einfluss von Hale stand und wohl alles gemacht hätte.

Aber ja, in den Kopf solcher Menschen wird man wohl nie reingucken können und alle Beweggründe verstehen. Ein Opfer ist er zumindest nicht.

Gucke den aufgrund der FX mittlerweile immer wieder gerne. Das dumme Drehbuch kann ich dabei glücklicher Weise heute immer gut ignorieren.

Ist ein bisschen wie beim Porno, zwischen blöden Dialogen gibt es dann die „guten“ Szenen - nur mit Gewalt. :grimacing:

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Der Pate

Ich tue mir in den letzten Tagen ein bisschen was Gutes und rewatche einige meiner Favoriten.

Man merkt zu jeder Sekunde, wieviel Arbeit in diesem Film steckt. Dazu Al Pacino mit einer unglaublichen Performance.

Gewalt, Korruption und Macht unter dem Deckmantel einer angeblichen Familienehre.

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„seichte Kost“ hat er gesagt… :beanderp:

Ms .45 war mir tatsächlich ein bisschen „zu seicht“ für das Thema und am Ende auch durch die Wahllosigkeit ein bisschen weird, Spaß gemacht hat er trotzdem. The Woman fand ich klasse, kann mich allerdings nicht an den ersten teil der Trilogie erinnern, obs wirklich aufeinander aufbaut. Eine Familie die durch toxische Maskulinität terrorisiert und zu Mittätern an Vergewaltigung und Folter gemacht wird.
Die Leiche der Anna Fritz, einer Prominenten, liegt in der gerichtsmedizin, eine Gruppe zugekokster Dullis beschließt, sich an der leiche zu vergehen, doch plötzlich wacht sie wieder auf. :beanlurk: Prinzipiell feiner Film und er baut auch ne nette Spannung auf, viel drüber nachdenken sollte man aber nicht. :smiley:

Und zu I Spit on Your Grave 2 habe ich etwas ausführlicher in unserer Film-Themen-Challenge geschrieben, da das Thema der Woche Rape and Revenge lautet. :beancomfy:

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May December:
Das war ein ungemütlicher Film.
Aber in einem angebrachten Sinne. Das Thema ist ungemütlich und es soll auch so sein, dass man sich in der Gesellschaft dieser Leute nicht so richtig wohlfühlen kann. Keiner der Hauptcharaktere ist wirklich sympatisch. Manche sind einfach unsympatisch, andere können einem leid tun, manchmal wechselt es für die gleiche Figur hin und her.
Die Schauspieler sind sehr gut gewählt und machen alles in allem eine gute Figur. Natalie Portman ist hervorragend als eine Schauspielerin welche Julianne Moore’s Charakter in einem Film spielen soll. Perfektes Casting. Die beiden sehen sich nicht wirklich ähnlich, aber es gibt gewisse Szenen wo gewisse Überschneidungen wahrgenommen werden können, genauso wie es in Hollywood-Casting für Filme die auf realen Begebenheiten basieren oft der Fall ist.
Julianne Moore spielt die Figur im Zentrum des Dramas extrem gekonnt und auch wenn man, auf dem Papier, schon früh einen Geschmack dafür entwickelt wo man ihr gegenüber steht, so macht setzt sie es hervorragend um, dass man verstehen kann warum der Rest der Welt sich ihr gegenüber so verhält wie sie es tut.
Was mich etwas störte waren gewisse Momente im Skript. Die Story ist eigentlich mit einer Menge Subtilität erzählt und hat einen langsamen Aufbau wo dem Zuschauer Geduld aber auch Aufmerksamkeit abverlangt wird.
Und dann gibt es zwischendurch immer wieder vereinzelte Szenen, welche so plump und so direkt sind, dass sie irgendwie völlig aus dem Rahmen fallen.10%, 20% weniger Text und mehr Subtext in den Momenten wäre schön gewesen. Wobei ich sagen muss, dass der eine oder andere Moment so explizit war, dass es in mir Erwartungen weckte, welche dann subversive genau NICHT erfüllt wurden. Vielleicht war da also mehr Absicht dahinter als ich dachte, wobei das nur bei manchen Momenten so zutrifft.

Fazit: Interessante Geschichte, gute Schauspieler und insgesamt elegant erzählt. Leider mit gewissen eigenartigen Aussetzern, aber insgesamt durchaus sehenswert.

When Harry Met Sally…

Über die Geschichte wie Harry denn Sally trifft, kannte ich bisher immer nur diese ikonische Orgasmus-Szene im Diner , welche in der Popkultur auch oft genug zitiert und parodiert worden ist. Jetzt, wo ich den Film zum ersten Mal im Ganzen gesehen hab, bleibt mir nur zu sagen: Fantastischer Film.

Wie diese Freundschaft und Beziehung erzählt worden ist, finde ich strahlt eine Besonderheit aus. Ich liebe sowieso Filme, wo man Charaktere über eine längere Zeit begleitet und diese immer mal wieder sich über den Weg laufen. Meg Ryan und Billy Crystal geben den beiden Charakteren ein tolles Profil, dass man einfach an deren Freundschaft interessiert ist. Besonders Crystal mit seinen Blick immer. Tolle Dialoge, z.B. die Szene im Stadion.

Manhattan, wird schön eingefangen. Auch wenn das über 30 Jahre her ist, wenn man nun selbst in NYC mal war, fühlt man es irgendwie. Katz’s Delicatessen, den Tour-Hotspot für Pastrami-Sandwiches, dann auch gleich erkannt in der Orgasmus-Szene. :smiley:

Hier bin ich ein wenig traurig, dass den Film nicht schon mal öfter gesehen habe.

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Ich hab vor ein Paar Jahren auch mal wieder diese ganzen Meg Ryan Romcoms aufgefrischt und war auch vorallem von When Harry Met Sally sehr überrascht. Ich hatte den nicht so progressiv, charmant und clever in Erinnerung. Der sticht da schon deutlich heraus - vielleicht stäche der sogar im Vergleich mit vielen heutigen Romcoms heraus.

Ich müsste erstmal überlegen, welche Romantic-Comedys es so in den 2010ern und auch 2020ern gab. Es gibt immer so kleinere Filme, die ich auch gern sehe, aber wahrscheinlich nicht so in Erinnerung bleiben.

Rye Lane fand ich letztes Jahr sympathisch vom Story und Charaktere. Palm Springs war toll, aber da steht für mich der Zeitschleifen-Aspekt auch sehr im Fokus. Long Shot mit Seth Rogen und Charlize Theron hat mir Spaß gemacht. Sind aber alle irgendwie auch schwer vergleichbar. :smiley:

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Es ist halt schwierig diesen Mix zu finden wie bei Harry und Sally. So eine Chemie zwischen den Darstellern. Und ohne das es schnulzig wir halt.

500 Days of Summer ist anders gelagert, transportiert aber das Gefühls auf und ab wie ich finde ganz gut.

Ansonsten mag ich Forgetting Sarah Marshall sehr gerne.

Aber so einen Impact wie Harry meet Sally wird so schnell keiner mehr haben.

How To Lose A Guy In 10 Days, 10 Things I Hate About You, The 40-Year-Old Virgin, Silver Linings Playbook, Punch-Drunk Love, 500 Days Of Summer, Crazy, Stupid, Love, Bros.

Wären mMn durchaus größerer Rom Coms besagter Jahrgänge, die sich nicht unbedingt vor den großen Titeln der 1980er und 1990er verstecken müssen.

Nur When Harry Met Sally ist halt ein wirklich guter Film, der vieles richtig macht und zeitlos ist.

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Habe jetzt grad noch die Doku in the mood for melville geschaut, die ich auf der bd von le silence de la mer entdeckt habe. Dabei wurde mir dann klar, warum mir einiges von ihm so gut gefallen hat als Fan japanischer, südkoreanischer und Hongkonger Filme. Habe jetzt Lust bekommen, auch noch mal die John Woo Filme zu rewatchen, bspw. The Killer, auf den hier oft Bezug genommen wurde.

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Heißes Pflaster Köln (1967) - Deutsches Musik Fernsehen
Anscheinend sendet das DMF inzwischen nachts immer irgendwelche „Erotikklassiker“ aus der Steinzeit. Und zugegeben ich habe den Film nicht komplett gesehen und wenn, dann auch nur im Halbschlaf. Erotikklassiker… ich weiß ja nicht. Zu Beginn wird direkt mal einer zu Tode gepeitscht und ansonsten liefen halt zwei junge Damen etwas leichter bekleidet durch Kölns Straßen, was offenbar schon gereicht hat, um den Blutdruck ihres Umfeldes in die Höhe steigen zu lassen und Anlass zur Empörung gab. Na ja, bei mir war hingegen buchstäblich tote Hose…
Bewertung bleibt aufgrund Unvollständigkeit aus

Aber zumindest interessant, wenn man den einen oder anderen Schauplatz aus Köln wieder erkannt hat.

Ich mag The Big Sick extrem gerne, ansonsten wurden hier glaube ich schon sehr gute genannt.

„Free Solo“.
Alberne Mutprobe und zwischenmenschlich eher low. Trotzdem hatte ich krass schwitzige Hände.

Steve Jobs (Blu-ray)

Immer noch so ein genialer Film. Die typisch rasante Inszenierung von Danny Boyle gepaart mit dem oscarreifen Drehbuch Aaron Sorkin ist einfach die perfekte Mischung. Dazu kommt eines der besten Filmenden der letzten 10 Jahre.

Auch schauspielerisch brilliert der Film, von Fassbender über Rogen bis Kate Winslet sowie Michael Stuhlbarg und Jeff Daniels. Die Dialoge werden wie wild durch den Raum gefeuert.

5/5

Ich hab gesehen, dass den kaum einer von hier, denen ich bei Letterboxd folge, gesehen hat. Gebt ihm eine Chance :yum:

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Ich hab den definitiv gesehen…kann mich aber an viel zu wenig erinnern.

Also ich hab den mit Kutscher gesehen. Ob ich den gesehen habe weiß ich grade gar nicht :sweat_smile:

Geht mir ähnlich. Ich weiss noch, dass er in drei Akten spielt, immer unmittelbar vor einer Präsentation die Jobs geben muss, in einem der Räume hinter der Bühne während der Vorbereitung. Hat etwas sehr theatermässiges, wie es strukturiert und erzählt ist. Und nimmt sich mit all den Charakteren sehr, sehr viele Freiheiten, sodass es wirklich mehr eine fiktionale Story ist welche Steve Jobs und die Leute in seinem Leben als vage Templates nimmt, als wirklich eine Geschichte um den echten Steve Jobs selber ist.
Was alles Dinge sind die mich nicht wirklich störten. Wenn man sich schon Freiheiten nimmt, dann kann man auch gleich signalisieren, dass man das eher als ein Drama anstatt einem Biopic verstehen sollte (was der Film in meinen Augen sehr gut macht).
Aber ist einer dieser Filme der mir damals sehr gefallen hat… und ich mich jetzt noch kaum an was erinnern kann :sweat_smile:

Wobei ich denke, wenn ich ihn mir mal wieder anschaue wäre ich vermutlich wieder ähnlich angetan wie beim ersten Mal. Gibt einige Filme die so sind („Moneyball“ fällt mir da zum Beispiel ein), welche ich quasi jedes Mal wenn ich sie schaue aufs neue entdecke und dann immer denke: „Hm… den könnte ich mir auch öfters mal anschauen“.

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