Aufbruch zum Mond
War eigentlich ganz gut. Technisch echt klasse, von der ab und zu angesprochenen Wackelkamera hab ich nicht viel mitbekommen bzw. hat sie da, wo sie mir aufgefallen ist, einfach gepasst (in den diversen Cockpits z.B.).
Ryan Gosling hat mich sehr überrascht. Er hat andere Emotionen gezeigt, als seine üblichen drei Zustände: stoische Wut, grenzdebiles Grinsen, nichts.
Und ich hab es ihm auch abgenommen. Die Trauer, die Getriebenheit, die Verdrängung. Keine Ahnung, wie die Person Armstrong tatsächlich war. Wenn es sich um so eine ruhige, in sich gekehrte und nüchterne Type gehandelt hat, hat Gosling das einerseits gut umgesetzt oder die Vorlage kam ihm und seinen Fähigkeiten einfach entgegen.
Wo wir schon bei der Person Armstrong sind: Hier fuhr der Film für mich etwas zu zweigleisig. Für ein Biopic hätte ich gerne mehr von Neil gesehen, mehr von seinem Charakter erfahren, ihn einfach noch stärker im Fokus gehabt.
Für einen Film über die Mondlandung hätte es mir wiederum noch stärker technik- und projektfokussiert sein können. In meinem Kopf ist die Mondlandung aus heutiger Sicht irgendwie larifari, einfach, weil durch die Erfolge in der Raumfahrt der letzten Zeit, vor allem durch SpaceX, das alles so einfach anmutet. Was da aber wirklich dahinter steckte, wie aufwändig das alles war, und zwar gerade wegen der „altbackenen“ Technik, das hat mich doch stark beeindruckt. Auch davon hätte ich gern mehr gesehen.
Die Apollo-Missionen kennt man ja ein bisschen, aber die vorbereitenden Programme wie Gemini waren mir neu/unbekannt/wieder entfallen. Allein dieses Find-and-dock-Manöver. 
Im Endeffekt hätte ich also gerne zwei Filme zu der Thematik gehabt: Einen mit noch stärkerem Fokus auf der Person Neil Armstrong und einen mit einem noch stärkerem Fokus auf dem ganzen Raumfahrtprogramm und der Technik. „Halbgar“ würde ich „Aufbruch zum Mond“ nun nicht nennen wollen, aber ein bisschen unbefriedigt hat er mich dann doch aus dem Kino entlassen.
Direkt im Anschluss lief dann:
Mandy
Was für ein Tripp. 
Mir ging es fast wie Eddy. Ich hab in der ersten Hälfte mehrmals überlegt, ob ich nicht aus dem Saal gehen sollte. Das war schon sehr anstrengend. Aber irgendwie hat er hier und da doch den ein oder anderen Brocken hingeworfen, der einem wieder etwas Appetit gemacht und man weiter drauf rumgekaut hat.
Irgendwann hat der Film dann auch tatsächlich „Fahrt aufgenommen“ und ich hatte eine seltsam entrückte Art von Spaß. Beste Szene: das Kettensägengefecht bzw. der Anfang davon. 
Direkt während und nach dem Film war ich reichlich enttäuscht, obwohl ich eigentlich nichts erwartet hatte. Jedenfalls war ich alles andere als begeistert. Aber jetzt, mit ein-zwei Tagen Abstand muss ich sagen: Irgendwas hat der Film. Ich werde ihn mir wahrscheinlich kein zweites Mal ansehen und man kann ihn auch nur einem eingeschränkten Personenkreis empfehlen. Und auch wenn einiges an der Inszenierung sehr gewollt und pseudo-künstlerisch wirkte - vieles war gut gemacht und einiges hatte Potential.
Wer auf lange Einstellungen, ein langsames Tempo, Farbspielereien und das Abhandensein einer auch nur im Ansatz anspruchsvollen Geschichte steht: have fun! Oder nen guten Tripp. 