Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#10871

Das aber ne ziemlich exklusive Meinung. Kannst du das näher ausführen, warum du den besser findest als die Panem-Reihe oder ist das nur so ne oberflächliche “Scheiß Teenie/Hollywood-Kacke”-Meinung? Ich hoffe es ist nicht nur ne stupide Abneigung der “Lawrencifierung” Hollywoods der letzten Jahre :simonhahaa:
Ich hab nämlich auch beides gesehen. Und klar, die Idee des Battle Royale mit Teenies kam früher mit dem gleichnamigen Film aus Japan. Aber mal abseits von dem Argument des “speziellen Schauspiels” der Japaner, was genau soll an dem Film besser gewesen sein? Es gibt weniger Rahmenhandlung, schlechtere, wenn auch brutalere oder zumindest blutigere Action, welche dafür in meinen Augen weniger Impact hatte und insgesamt einfach ne niedrigere filmische Qualität, was vll auch ganz simpel nur ne Sache des geringeren Budgets war.


#10872

Aufbruch zum Mond / First Man

Technisch wahnsinnig gut. Kein Film hat meiner Ansicht nach die klaustrophobischen Zustände besser dargestellt in die sich Piloten/Astronauten begeben müssen um die “unendlichen Weiten” zu erkunden. Dieses ständige knarzen und knacken, diese langen Brennweiten, fast nur POV-Shots, kaum Außenaufnahmen. Großartig! Alleine für diesen Teil lohnt sich der Film. Den könnte ich auf schwedisch gucken, kein Wort verstehen und hätte trotzdem nicht das Gefühl mein Geld verschwendet zu haben.

Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls sehr gut. Gosling sehr ruhig, aber deutlich anders als in seinen bisherigen Rollen. Der Film nimmt sich sehr viel Zeit, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

Eine Sache stört mich allerdings: Buzz Aldrin hat heute noch mehr Haare als Corey Stoll in diesem Film. Ist da das Perücken-Budget ausgegangen? :joy:

Heutzutage hat die Menschheit keine funktionierende Technologie mehr um Menschen zum Mond zu fliegen.
Die Chinesen wollen gerne mal und die USA sind noch jahrelang mit dem Test ihres SLS beschäftigt. Space X hat auch noch keine einzige bemannte Mission geflogen. Die einzigen, die überhaupt noch Menschen ins All befördern sind die Russen und die Chinesen und dabei geht es immer nur um niedrige Orbits für die Raumstationen u.s.w… Der letzte Mensch war 1972 auf dem Mond!
Ein bemannter Flug zum Mond wäre also auch aus heutiger Sicht leider wieder ein “großer Schritt”.


#10873

Also ich hab absolut nichts gegen Frau Lawrence und den ersten Panem fände ich auch ganz ok, wäre da nicht diese unsägliche Shaky-Cam (von daher kann ich das filmische Argument schon mal nicht gelten lassen). Aber im Gegensatz zu Panem und Co. hatte Battle Royale nicht nur Konsequenzen, sondern er war auch hart und hat sein Publikum ernst genommen. Klar es war ein Film mit Teenies, aber nicht zwingend einer für eben diese. Ich mochte den Grad der Gewalt, die Unbarmherzigkeit vieler Tode, dass Schauspiel von Takeshi Kitano und auch von vielen der Jung-Schauspieler. Klar ich kann verstehen, wenn einem diese Japanische Art nicht zu sagt, tut sie mir oft auch nicht, aber hier hat es voll für mich funktioniert. Der Film hat auch super als Gesellschaftssatire für mich funktioniert, etwas was Panem in Andeutungen auch hätte sein können, aber dann alles durch die Logik plumper Teenie-Schmonzetten versaut hat. Ja BR gibt weniger Rahmen um die Geschichte, aber wenn der Rahmen so dämlich wie bei Panem, Maze Runner oder wie sie alle heißen aussieht, dann verzichte ich doch lieber drauf und lasse meine Fantasy die Lücken auffüllen.
BR ist für mich kein Meisterwerk, aber ein Film mit dem ich viel Spaß hatte, etwas das ich von den meisten anderen Filmen, des Genres nicht behaupten kann. Dann doch den ebenfalls japanischen Anime Btooom!. Der ist zwar nicht minder dämlich von der Rahmenhandlung bietet aber wenigstens Kreative Waffen und Tode und macht auch optisch einiges her.


#10874

Paranormal Activity 3 - 7/10
Wie der 2.Teil gut inszeniert und die Drehkamera war ein cooles neues Gimmick.

Paranormal Activity 4 - 6/10
Kann nicht mit Teil 2 und 3 mithalten, weil weniger Spannung herrscht. Hat aber auch seine Momente. Dennoch besser als der 1.Teil, den ich bisher am Schlechtesten fand.


#10875

Battle Royale ist eben auch besser, weil sich die Leute eben kannten.

Es ist eben kein “hey hier sind bis auf eine Person aus deiner Gegend alles Fremde” die man viel eher als Feinde sehen kann, sondern es sind eben Klassenkameraden.

Und da ist Battle Royale eben viel sozialkritischer und näher dran und zeigt wie Freundschaften zerbrechen und sich das wahre Wesen mancher Personen zeigt.

Und ja, es nimmt den Zuschauer ernst.
Panem hätte das sein können, wenn man das Buch neu adaptiert und nicht einfach nur verfilmt hätte.
Aber man wollte ja einen Blockbuster, also durfte es maximal PG13 sein.


#10876

Den Punkt, dass die Schüler sich alle kannten, empfand ich als ne sehr gute Ausgangssituation, da hatte der Film sofort unsere Aufmerksamkeit…

Mein Kumpel hatte desöfteren Probleme damit zu erkennen, welche Personen gerade gezeigt werden, da die Sprünge hin und her sowie die Menge an Protagonisten zu viel waren…

Ich hatte eher Probleme mit manchen dummen Handlungen… aber okay… sind halt junge, teils naive Schüler, da muss man sich erstmal wieder in das Alter hineinversetzen… zu einem Zustand, bei dem man noch nicht allmögliche Filme kannte.


#10877

A ghost story…

Genau was ich erwartet hatte und daher für mich umso besser. Hab ungefähr 3-4 Minuten gewartet, bis ich mich dann fest dazu entschlossen hatte, den Film komplett mit Kopfhörern zu gucken.

Habe mir hinterher die extras noch angeguckt… dort wird die Wahl des speziellen Bildformats erklärt… und ich konnte das dort Gesagte während des Films gut nachempfinden.

ich werd ihn mir für’s Regal kaufen.


#10878

The Social Network:
Immer noch ein wirklich guter Film, auch wenn er primär darin besteht Leuten zuzuschauen, die an einem Tisch hocken und reden.
Nicht die… cineastischste Prämisse aller Zeiten, warum es umso erstaunlicher ist, wie spannend und unterhaltsam der Film ist. Aber wenn alle Beteiligten wissen, was sie machen, dann kann man alles cineastisch machen. Und meine Güte, wissen im Falle dieses Filmes alle Beteiligten, was sie tun.
Regie ist brilliant, sowieso. David Fincher ist ein hervorragender Regisseur, und vor allem wenn es um eher statische Szenen geht (z.B., wie gesagt, Leute um einen Tisch hocken und reden), dann weiss Fincher einfach wie man das umsetzen muss!
Aber es ist nicht nur die Regie welche für solche Inszenierungen wichtig sind. Der Schnitt ist auf zentral und auch da ist der Film meisterlich gemacht. Das Pacing ist wirklich gelungen und der Film nutzt viele Verschiedene Techniken um Szenen welche inhaltlich ähnlich sind ihren eigenen Stempel aufzudrücken, sodass keine Repetition aufkommt. Innerhalb der Szenen gibt es clevere Spielereien, wie zum Beispiel das hin- und herschneiden zwischen den Gesprächen bei den Verhören und Anwälten zurück zu den “tatsächlichen” Geschehen, und die ablaufenden Gespräche so zusammenzusetzen.
Über das Drehbuch muss eigentlich gar nichts mehr gesagt werden. Das Drehbuch ist das Go-To Beispiel dieses Filmes, welche alle Fans brauchen um zu erklären, warum der Film so gut ist. Der Film ist hervorragend geschrieben. Sorkin ist einfach einer Meister des Dialoges, und jedes Hin- und Her zwischen den Charakteren enthält so viel gesprochene und ungesprochene Information, dass man es immer wieder anschauen kann und neu entdecken kann, worum es in einem Gespräch gerade wieder geht. Ausserdem gelingt es dem Skript sehr gut, sehr komplizierte Themen und ein nicht ganz einfach zu folgenden Plot aufzugreifen und zugänglich zu machen. Und auch wenn man in gewissen Szenen zum Teil vielleicht ein bisschen überrumpelt wird im Bezug darin, wie sehr die Diskussionen sich in Details verstricken können, so ziehen sich die Gespräche immer wieder zu Knotenpunkte zusammen, wo die Schlüsselinformationen klar und offen dargelegt werden, sodass man wirklich kaum verloren geht.
Und zu guter Letzt will ich noch die Schauspieler loben. Jesse Eisenberg ist hervorragend als Mark Zuckerberg und zeigt eine Menge subtiler Facetten eines schwierigen Charakters. Aber für mich sind die herausstechenden Darstellungen die Nebencharaktere. Andrew Garfield ist einfach spitze, Justin Timberlake spielt den grossmäuligen Showman, hinter dessen Fassade aber kaum Substanz steckt brilliant und Armie Hammer, der in fast allen Szenen mit sich selber agieren muss in einer Doppelrolle ist unglaublich gut, und schafft es tatsächlich zwei Zwilingsbrüdern eine Menge Individualität einzuhauchen. DAS verlangt Können!
Alles in allem fällt mir an dem Film eigentlich nichts Negatives ein. Er ist unterhaltsam, er ist spannend, er ist meisterlich umgesetzt.

Fazit: Ein wirklich brillianter Film, praktisch ohne Action, praktisch ohne Spezialeffekte, prinzipel Leute, in Büros, die miteinander reden… und das reicht schon.


#10879

The Cloverfield Paradox:
Ok, machen wirs einfach…
Der Film spielt in einer RAUMSTATION wo wissenschaftliche EXPERIMENTE durchgeführt werden. Eine Reportage am Fernseh zu Beginn erwähnt, dass diese Experimente zu RISSEN und ÜBERSCHNEIDUNGEN im RAUM/ZEIT GEFÜGE führen könnte und Verbindungen zu PARALLELUNIVERSEN öffenen könnten, wo man auf MONSTER UND DÄMONEN treffen könnte. Und der Film heisst “CLOVERFIELD PARADOX”…
Sorry, wenn man zuvor zwei bestimmte Filme gesehen hat, dann weiss man gleich von Beginn an, was in dem Film passieren wird, und was genau der Punkt und die “Twists” des Filmes sein werden… und wenn man die anderen zwei Filme NICHT kennt, dann dürfte dieser Film völlig an einem vorbeigehen, da er praktisch nur im Kontext der anderen zwei Filme existiert. Das heisst egal, für wen der Film gedacht ist, es existieren schonmal massive Probleme mit der Prämisse alleine, weil man entweder von Anfang an gespoilt ist, oder aber nicht versteht was das Ganze genau soll.
Ist der Film wenigsten gut gemacht?
Ahhhhhhmmmm… Nope. Völlig diletantisch! Der Fokus sollte auf der Crew der Raumstation liegen, aber die Leute haben NULL Persönlichkeit! Der Film scheint auch keinen Bock zu haben ihnen welche zu geben. Die ERSTE Interaktion zwischen den Charakteren ist gleich ein stress- und spannungsgeladener Streit zwischen zwei Mitglidern, nachdem das Intro dem Zuschauer zeigt, dass sie schon seit hunderten Tagen im Weltall sind. Ich wiederhole: Die ERSTE INTERAKTION die man sieht, wo man viele der Crew zum ersten Mal richtig sieht und alle überhaupt zum ersten Mal reden hört, ist EIN STREIT! Man kennt die Leute nicht, man weiss nicht, ob die immer schon Arschlöcher waren oder dies nur der Stress ist, man weiss nicht ob die Konflikte persönliche Hintergründe hat… NIX. Der Zuschauer erhält rein gar nichts um sich emotional zu binden.
Und auch später kriegt man nie irgendwelche Persönlichkeiten mit, im Bezug auf die Leute. Einer der Charaktere ist der Protagonist. Der andere hat eine Mentale Krankheit, welche dafür sorgt, dass er nur in Witzen kommunizieren kann, sogar wenn man ihm Stücke seines Körpers abschneidet (nein, kein Scheiss: DAS ist der ganze Charakter eines der Crewmitglieder: Er macht Witze…) und der Rest der Crew hat noch weniger an Persönlichkeit.
Immerhin, das Ganze hat EINEN Vorteil: Durch die Tatsache, dass man keine Zeit mit Charakteren verschwenden muss, und die Prämisse des Filmes darin besteht, dass ein Experiment die Realität kaputt macht, kann der Plot sich voll und ganz darauf konzentrieren, bizarren und abgefahrenen Scheiss zu bauen. Die Prämisse erlaubt für eine Menge Kreativität im Zusammenhang mit der Raumstation und den Charakteren und die Momente in welchen es richtig abgefahren wird kommt der Film recht zum Leben und sorgt für oberflächliche, strunzdumme aber kurzweilige und kreative Unterhaltung. Und da die Charaktere so platt sind und man sich eh nicht darum kümmert mit ihnen irgendeine Bindung aufzunehmen kann es sich das Skript auch erlauben sie völlig irrational und unlogisch handeln zu lassen, nur damit man zum nächsten Plotpunkt springen kann.
Leider gibt es von diesen kreativen Mindfuck-Szenen viel zu wenig, und aus einem mir unerklärlichen Grund springt man immer mal wieder runter auf die Erde zu einem Nebencharakter, dessen Sidequest rein gar nichts zum Film beitragen… Diese Momente erinnerten mich stark an Sean Beans Charakter im “Silent Hill” Film. Völlig unnötig und mit einem sehr störenden Effekt im Bezug aufs Pacing.
Der Film ist einfach diletantisch gemacht. Die positiven Aspekte sind viel zu selten und auch wenn sie funktionieren, so sitzen sie in einem absoluten Vakuum, da weder der Plot noch die Charaktere wirklich dafür sorgen, dass man jemals einen echten “Film” sieht. Lediglich eine Reihe zusammenhangsloser und leerer “Momente”.

Fazit: Sehr, sehr schlecht gemachter Film. Unterhaltsam in vereinzelten Momente, aber wirklich unerklärlich wie professionelle Filmemacher derart essentielle Aspekte eines Filmes übersehen oder ignorieren können…


#10880

The Villainess

Was für ein großartiges Stück Südkoreanisches Actionkino. Gerade die ersten 10 Minuten feuert der eine Plansequenz ab, so etwas habe ich noch nicht gesehen. Der ist brutal, kompromisslos, aber auch spannend und dramatisch. Anfänglich ist die Handlung etwas verwirrend und in ähnlicher Form sicherlich schon dagewesen, das will ich auch gar nicht abstreiten. Jedoch es fügt sich alles wirklich harmonisch zusammen, sodass mich das nicht gestört hat. Außerdem hat er auch teilweise wunderbare Aufnahmen und einen starken Cast. Wer auch nur ein wenig für Südkoreanisches Actionkino übrig hat, der muss hier unbedingt mal reinschauen. Den gibt es aktuell sogar im Amazon Prime Programm. Beide Daumen Hoch! :thumbsup: 9/10


#10881

Phantastische Tierwesen 2 Grindelwald

Hab die 2 mal fett markiert weil das eindeutig ein Teil 2 ist. Phantastische Tierwesen 1 ist im Nachhinein der Beginn der Geschichte, hatte für mich aber auch sehr gut als alleinstehender Film funktioniert. Bei dem neuen hier geht es nicht, der braucht einen Nachfolger.

Hatte im Kino aber wieder viel Spaß. Die Figuren sind immer noch sympathisch und die Tierwesen rund um Newt machen immer gute Laune, sind in diesem Film aber nicht ganz so wichtig.
Johnny Depp als Grindelwald funktioniert zum Glück auch ziemlich gut, in Teil 1 war ich bissl geschockt als aus dem coolem-bösen Colin Farrel der lustig aussehende Johny Depp wurde. Hier wirkt er jetzt aber recht bedrohlich. Das Gegenstück in Form von Jude Law als Dumbledore geht auch klar.

Es werden einige Stories angerissen bei denen ich jetzt aber noch mal ins HP Wiki schauen muss ob die so in die vorhandene Geschichte passen oder ob da umgeschrieben wird.

Insgesamt bin ich zufrieden, beim schauen fand ich ihn noch sehr gut aber mit so einer unabgeschlossenen Geschichte ist der Nachgeschmack jetzt ein bisschen mau. Prinzipiell freue ich mich aber auf mehr aus dem Wizarding Universe. Das Beste an Harry Potter war immer die Welt an sich und davon gibts hier wieder mehr.
Jetzt muss noch das Spiel gut werden von dem letztens der Trailer geleaked ist <.<

edit: 3D fand ich im Film auch recht angenehm eingesetzt…ausser in der allersten Szene. Direkt zu Beginn gibts Action in der Grindwald entkommt und da ists schlecht und ins Gesicht und verwirrend, danach wirds angenehm und teilweise sogar clever genutzt


#10882

criminal squad hab ich als letztes im kino geschaut
und night school hab ich vor zu gucken hab den trailer auf YT zufällig zugesehen bekommen und hat mir echt gefallen :smiley: ist sogar mit kevin hart und der typ ist meiner meinung nach echt lustig :+1:


#10883

Und ich habe mich beim Trailer gefragt, wer sich den Film denn im Kino anschaut :joy:


#10884

First Man / Aufbruch zum Mond

Nach dem fulminanten “Whiplash” und dem Oscar-Abräumer “La La Land” meldet sich Damien Chazelle mit einem Historienfilm über Neil Armstrong​​ zurück. Dabei konzentriert sich der amerikanisch-französische Regisseur​ auf die 1960er Jahre und fängt Neil Armstrong​ nicht nur als Kommandanten des ersten bemannten Fluges mit einer Mondlandung (Apollo 11) ein​, sondern zeigt ihn auch als Privatperson innerhalb einer zerrütteten Familie. Mit einer Laufzeit von ca. 141 Minuten und einem Budget von 59 Millionen US-Dollar ist es Chazelles bis dato längster und aufwendigster Spielfilm. Doch war steckt hinter “First Man”? Ein verblüffender und mitreißender Einblick in Neil Armstrongs Leben ​oder eine angestaubte Geschichte, die selbst das Duo Chazelle ​und Gosling nicht mehr mit Leben füllen können?

“First Man” verfolgt zwei Handlungsstränge, die trotz gleicher Zeit und Person auf der Leinwand nicht unterschiedlicher hätten dargestellt werden können. Man sieht ​Neil Armstrong​ (Ryan Gosling) ​auf der Arbeit, wie er als Testpilot die Wolken durchbricht, mit der klappernden technischen Ausstattung kämpft und sich später beim Gemini-Programm bewirbt, um die NASA bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Das alles wirkt recht nüchtern, beinahe steril eingefangen und der US-amerikanische Astronaut gibt sich von seiner höchst stoischen Seite. ​Dem gegenüber steht sein Familienleben mit Frau Janet Armstrong (Claire Foy) und den Kindern. ​​Plötzlich sitzt Neil am Pool, spielt lachend mit den Kindern und versucht Zeit für seine Frau zu finden. Doch eines Tages fängt Neils Arbeit an, immer mehr in sein Privatleben einzugreifen, wodurch alles schnell auf den Kopf gestellt wird.

Was bei diesem Film sofort auffällt, ist die besondere Art der Inszenierung. Bei den Einstellungen verzichtet Chazelle beinahe vollständig auf ​die Totale und geht stattdessen ganz nah an die Protagonisten heran. “First Man” besteht daher bei den wichtigen Szenen fast nur aus Großaufnahmen, Point-of-View-Shots​ und es wird oft auf die italienische Einstellung zurückgegriffen. Dies macht Chazelles neuestes Werk zu einem intensiven und eindringlichen Erlebnis, das mitunter anstrengend werden kann. Regisseur und Beteiligte wollen jedoch, dass der Zuschauer die Enge, die Gefahren und die Machtlosigkeit der Piloten zu einen gewissen Teil selbst durchlebt. Ich habe mich nicht selten dabei erwischt, wie ich kurzzeitig die Luft anhielt und wie in Trance durch Neil Armstrongs Helm blickte, ohne zu wissen, was als nächstes passieren wird.

Ein ganz großes Lob geht dabei an die Schauspieler, die ihre Rollen meisterlich umsetzen. Ryan Gosling hat in diesem Film definitiv wieder mehr zu tun als in "Blade Runner 2049"​​​, denn hier geht es um die Ambivalenz aus Familienvater mit tragischen Schicksalsschlägen und Astronaut, auf dem die Hoffnung vieler Menschen lastet. Bis zum Schluss gibt es aber zwischen Gosling und​ dem Zuschauer eine unsichtbare Barriere, um Neil Armstrong als einen faszinierenden, fragilen und enigmatischen Mann in unserer Erinnerung zu hinterlassen. Umso greifbarer wirkt dadurch Neils Ehefrau Janet, die von Claire Foy grandios gespielt wird. Aus schauspielerischer Sicht braucht sich Frau Foy vor Ryan Gosling in keiner Sekunde zu verstecken - teilweise stiehlt sie ihm mit ihren harten und tragischen Augen sogar komplett die Show. Wahnsinnig starke Leistung! Doch auch der restliche Cast ist durch die Bank ordentlich und zeigt keine Schwäche.

“First Man” brilliert zudem auch auf der technischen Ebene. Chazelle bemüht sich, auf praktische Effekte zurückzugreifen, wo es nur geht​. Dabei erlebt man in diesem Film keine Bildgewalt wie in "Interstellar"​, “Gravity” oder “The Martian”, bekommt dafür aber eine sehr authentische und dennoch imposante Darstellung des ersten bemannten Fluges zum Mond. Alles wirkt sehr bedeutsam, geschichtsträchtig und hautnah. Besonders hervorzuheben ist hier das Gefühl der Angst, das Chazelle so intensiv einfängt. Alles um Neil herum klappert, scheppert, pfeift, knarzt und wackelt. Das ganze Vorhaben wirkt unfassbar wahnsinnig, sobald man als Zuschauer in einer der Blechbüchsen sitzt. Ich war absolut verblüfft, als ich festgestellt habe, dass dieser Film “nur” 59 Millionen US-Dollar gekostet hat. Hätte man eine eins vor die fünf gestellt, hätte ich das Budget ohne zu zucken abgenickt. ​

Am besten funktioniert dieser Film für mich aber erst dann, wenn Neil Armstrongs Familienleben gegengeschnitten wird und die traumhafte Musikuntermalung von Justin Hurwitz einsetzt. Das sind lediglich vereinzelte Momente innerhalb des Films, die aber nicht nur Neil, sondern auch dem Zuschauer Luft zum Atmen geben. Plötzlich verschwindet der ganze Stress, die Angst, die Aufregung und man schwelgt in den Erinnerungen an die glücklichen Momente und lässt sich von der wunderschönen Musik treiben. Wenn Herr Chazelle und Herr Hurwitz eins können, dass ist es die Musik und der Einsatz dieser.

Leider kommt “First Man” aber nicht ohne negative Kritik aus. Mit 141 Minuten ist dies nicht nur Chazelles längster, sondern auch anstrengendster Film. Insbesondere der Mittelteil ist meiner Meinung nach mindestens zwanzig Minuten zu lang geraten und macht den Film dadurch unnötig zäh. Das ist echt schade, denn an mancher Stelle weicht deshalb die emotionale Tiefe reiner Müdigkeit.

Weiterhin hatte ich in der ersten Hälfte des Films Probleme mit den stark verwackelten Kameraufnahmen​. Stellenweise war es mir zu viel des “Guten” und ich hätte mich über weniger Abruptheit mehr gefreut. Klar, der Film versucht authentisch zu wirken und greift bewusst zu POV-Aufnahmen, aber manchmal wurde dieser Look auch außerhalb der Flugobjekte gesucht, was mir dann zu viel wurde. Kein großer Kritikpunkt, aber durchaus nennenswert.

Summa summarum ist “First Man” ein starker Film mit einem gewohnt überzeugenden Ryan Gosling​, einer beeindruckenden Claire Foy, einem herausragenden Soundtrack und einer interessanten technischen Umsetzung. Dieser Film ist nicht ganz so leicht zugänglich wie Chazelles letzten zwei Werke und verlangt vom Zuschauer eine Menge Sitzfleisch, belohnt ihn aber dafür mit einem spannenden Einblick in Neil Armstrongs Leben. Es ist eine wunderbare Chance sowohl für jüngere als auch für ältere Zuschauer, sich die erste Mondlandung vor Augen zu führen, um über alles damit Verbundene nachzudenken.


#10885

Snowden

Die Story dürfte den meisten bekannt sein. War ein wenig überrascht, dass der Film so früh einsetzt. Er beschreibt mehr oder weniger warum Snowden beim CIA gelandet ist und beleuchtet auch sein Training im CIA Camp. Den Kniff fande ich eigentlich ganz gut. Die typische Liebesstory darf in so einem Film natürlich nicht fehlen. Film blieb immer recht spannend und das obwohl man natürlich das Ende kannte. Das “Finale” war also kein wirkliches Finale, tat dem Film also keinen Abbruch.
Wer auf solche Thriller steht, der kann ihn sich durchaus mal ansehen. Läuft auf Netflix.

3,5/5


#10886

#10887

Tag oder auch Catch Me

Eine Gruppe von Freunden spielt seit Kindestagen jedes Jahr im Mai “Fangen”. Tolle Geschichte, die nebenbei noch auf einer wahren Begebenheit beruht. Der daraus entstandene Film mit u.a. Jon Hamm und Jeremy Renner macht (mir zumindest) eine Menge Spaß und ist ebenso überraschend wie Game Night. Vielleicht nicht ganz so raffiniert inszeniert, aber dennoch eine unterhaltsame und lebensbejahende Komödie. Und Couchkino reicht hier auch völlig aus.


#10888

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)
Von Robert Fuest
Mit Vincent Price, Joseph Cotten, Virginia North

Inspirationsquelle für einige Filme aus dem Genre, zb Saw
Ein wundervoll fotografiertes zu tiefst morbides Stück Filmgeschichte…
Sich bewusst und im besten Sinne, in einer theatralik ergießend, im Schauspiel wie auch in der Inszenierung, , wie kaum ein zweiter, und trotz alledem eine krude skurrile Härte in der Darstellung welche als Bruch und Stil Mittel gekonnt die melodramatik konterkariert.

Absurd schönes Genre Kino, mit einer Prise Humor und viel Fantasy :slight_smile:


#10889

Outlaw King

Kurz gesagt: Der Film setzt da an, wo die Geschichte von Braveheart aufhört. und macht das ganz gut.
(auch wenn Braveheart relativ frei mit den historischen Gegebenheiten umgegangen ist :ugly:)

Angenehmer lange dauernder Film mit 2 Stunden, der aber doch sehr sehr dicht gepackt und erzählt wird.
Hätte gern 2,5 Stunden gehen können mit der End-schlacht aufgesplittet auf die historischen zwei Schlachten, und so weiter. Auch die “Ehe” zwischen Robert und Elizabeth hätte eben da mit einer etwas längeren Laufzeit genauer erzählt werden.
Der Film dauert eh “schon” 2 Stunden auf netflix. Da noch 20-30 Minuten dranzuhängen hätte (glaube ich) nicht so viele abgeschreckt und der Film hätte noch mehr Potential gehabt.

Man merkt:
Der Regisseur von Hell or high Water versteht sein Handwerk. Hat schon ein bisschen den “Erzählton” von Hell or high water und No country for old Men, aber nicht so deutlich, nicht so “Neo-Western”-artig. Eben an den Film, die Geschichte und an das Setting angepasst.

Chris Pine spielt seinen Charakter überraschend gut.
Am Anfang gleich n richtig fucking gut gemachter Long-take, bei dem sehr viel passiert. Unglaublich gut gemacht.
Kämpfe und Brutalität werden nicht gescheut und auch, wenn nötig, mal etwas explizit(er) gezeigt.

Ein qualitativ echt überzeugender Film auf Netflix, boah.

Erst “The night comes for us” und dann “Outlaw King”.
Netflix kann echt gute Filme raushauen, Hut ab.

Natürlich noch immer nicht auf “Blockbuster-niveau”, aber ich muss sagen:
Outlaw King kann ich mir genauso gut im Kino vorstellen, und auch dort würde er funktionieren.

Wer bock hat auf nen Film, der historisch oft genauer ist, als die meisten “mittelalter-filme”. Wer bock auf nen angenehm handgemachten, “harten” und dicht erzählten film hat, ist hier richtig :smiley:
Mein fazit: Kann man so machen, und ist auch nicht mal schlecht.


#10890

War diese Woche auf ein kleinen, feinen Horrortrip:

Halloween (2018)
War ein netter Film mit einer sehr guten Jamie Lee Curtis-Darbietung. Mehr war leider nicht mehr drin. 3 von 5 Punkten

A Nightmare on Elm Street (1984)
Ich weiss bis heute nicht, ob ich den Film schon mal gesehen hab. Konnte ich auch beim “vermutlichen” Re-Watch nicht mehr erinnern.
Dennoch hat mir den Film sehr gut gefallen, wenn auch die Story und die Charaktere ein wenig klischeehaft am Ende wirkte. Trotzdem gebe ich den Film 3 von 5 Punkten

A Nightmare on Elm Street (2010)
Ich fand das Remake eigentlich gar nicht so furchtbar wie viele andere es sagen. Sowohl der Story-Konzept als auch das Freddy-Krüger-Design hatten was und könnte was geiles werden. Leider waren mir die Charaktere zu blass und klischeehafter, wie in einem typischen Horror-Story immer zu finden. Auch das Drehbuch und der Umsetzung war mir doch am Ende nicht so überzeugend.
Verschenktes Potential für ein geileres Remake und deshalb nur 2 von 5 Punkten