Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#10931

A Star is Born (2018)
Regie: Bradley Cooper
Bradley Cooper, Lady Gaga, Sam Elliott, Dave Chappelle, Anthony Ramos, Bonnie Somerville, Andrew Dice Clay

Fazit:

Schon die 4 Verfilmung der bekannten Story „vom Tellerwäscher zum Millionär“ mit einer genauso herzlichen und tragischen Romanze und mit eingängigen Songs ( die vermutlich für den Oscar nominiert werden ).
Ganz ehrlich ich war skeptisch doch der Film hat mir gefallen. Lady Gaga macht ihre Sache sehr gut und auch Bradley Cooper beweist bei seinem Regiedebüt viel Gespür und Talent um der tragischen Geschichte gerecht zu werden.
Die Chemie stimmt, Lady Gaga und Cooper geben sowohl in den intimeren, beiläufigen Szenen wie auch bei den großen gemeinsamen Auftritten ein glaubwürdiges Paar ab, denen man gerne zusieht.
Der Film ist durch und durch US-Kino, der gerne dicker aufträgt als nötig und dem eigenen Pathos erliegt. Manchmal brauch ich aber genau das.


#10932

Ging mir genau so, hatte letzendlich aber doch viel Spaß mit dem Film. Manchmal reißt einen halt auch ein mittelmäßig erzählter Film mit. Ich bin aber auch mit keinen großen Erwartungen in den Film gegangen außer das ich bock auf den 20er Jahre + Magie Look hatte und mehr von Newt sehen wollte weil ich den Charakter super finde. Das habe ich bekommen (obwohl Newt noch mehr Screentime bekommen könnte) also war ich zufrieden.

Also Kontrastprogramm war ich gestern nochmal im Kino, diesmal habe ich mir Suspiria angeschaut und war sehr begeistert. Der Film natürlich nicht besonders zugänglich und müht sich auch gar nicht viel damit ab dem Zuschauer alles zu erklären (die Szenen in denen er das macht sind fühlen sich auch ein wenig deplaziert an und gehören zu den schlechteren Szenen des Films) aber das ist meiner Meinung nach das tolle an dem Film. Man braucht nicht die ganzen Details zu wissen, wie was passiert oder funktioniert um vom Film mitgezogen zu werden und die Gesamthandlung zu verstehen es reicht den Chrakteren und deren handlungen zu folgen.
Visuell hat der Film ein paar sehr berauschende Szenen die gleichzeitig brutal und abstoßend sowie schön und hypnotisierend sind.
Etwas cringy waren aber die vielen deutschsprechenden amerikanischen Schauspieler (inklusive Tilda Swinton) was deren Schauspielerische Leistung auf Dauer geschmälert hat.


#10933

The Trial (1962)
von Orson Welles

Welles’ Adaption von Kafkas Der Prozess über einen Mann, der eines Tages aufwacht, während die Polizei in seinem Schlafzimmer steht und ihn “verhaftet”, ihn aber während seines Prozesses erstmal auf freiem Fuß lässt. Auf die Frage, was ihm denn vorgeworfen wird, erhält er zunächst keine Antwort. Er macht sich also auf in die Mühlen eines surrealen, bürokratischen Rechtssystems, unter anderem um darauf eine Antwort zu erhalten…

Dabei ist das Interessante, dass wir nicht so sehr eine “objektive” Beschreibung dieser bürokratischen Welt durch den Filmemacher erhalten, sondern die gezeigte Welt die Gefühlswelt der Hauptfigur (,die wiederum wahrscheinlich zu gewissen Teilen in Kafkas eigenen beruflichen Erfahrungen ihren Ursprung hat), ihre Wahrnehmung dieses Rechtssystems und die als unberechtigt empfundenen Beschuldigung ganz extrem widerspiegelt.
Und hier kommt Orson Welles ins Spiel—denn wie der Film es schafft, durch seine unglaubliche visuelle Qualität, das permanente Spiel mit Schatten, das Spiel mit Räumen in diesen riesigen fantastischen Schauplätzen eine permanent bedrückende, teilweise paranoide und ständig bizarre Atmosphäre zu erzeugen, ist einfach nur sensationell.

The Trial folgt dabei nur sehr bedingt einer konventionellen Narrative, sondern mehr einer absurden, kafkaesken (duh!) und surrealen (Alb-)Traumlogik (worauf man kurioserweise auch zu Beginn des Films in einer Texteinblendung hingewiesen wird). Der Film hat einen fantastischen, wie die Faust aufs Auge passenden Anthony Perkins, einen wie immer spielfreudigen Orson Welles, tolle Dialoge, die oftmals ihrer ganz eigenen absurden Logik zu folgen scheinen, eine die Stimmung perfekt unterstützende Musikuntermalung und nicht zuletzt in Kafka und Welles zwei Künstler, die es vermögen, zugleich durchgängiges Unwohlsein und eingestreuten absurden & schwarzen Humor gleichzeitig zu erzeugen, ohne ihn dabei aber auch nur eine Sekunde als Fremdkörper wirken zu lassen.

Alles in allem, einfach ein rundum toller Film. Orson Welles soll zur Veröffentlichung des Films gesagt haben, dass es sein bisher bester sei—ich hab zwar noch nicht alle Filme von ihm gesehen, aber bisher mag ich ihm zumindest nicht widersprechen.

10/10


#10934

:eyes: Hui, der kommt aber sowas von auf die Liste. Hoffentlich findet man den irgendwo.


#10935

Ja hoffe ich auch, hatte ihn nur ausgeliehen und werd ihn mir wohl auf BluRay holen. Hab aber beim ersten kurzen gucken schon gesehen, dass da wohl auch ganz ranzige Editionen im Umlauf sind. Zum Beispiel steht bei einer Version, dass es wohl ne ganz schlechte 4:3-TV-Version ist. Also erst mal in Ruhe gucken.


#10936

Kann man sich über iTunes “ausleihen” als Stream für 3,99€


#10937

Grade nachgeguckt. Die örtliche Bibliothek hier hat die Blu-ray von StudioCanal. :beangasm: Das sollte passen.
Kann übrigens jedem nur empfehlen, bei Bibliotheken nach Filmen zu schauen. Da gibt’s öfter mal seltene Sachen, und meist sogar ohne Leihgebühr. Videotheken sind ja nur noch rar gesät.


#10938

Als Bibliothekar kann ich diese Aufforderung nur begrüßen!


#10939

Gestern Abend spontan

Galveston


gesehen, OV ohne untertitel in ner lokalen “filmfestival-reihe”.

Shiiiiit. In was für Filme lauf ich denn da in letzter Zeit immer rein, ey?
Der Film kann sich, wie ich finde, beruhigt neben “The Rider” und “A beautiful day”/“You were never really here” stellen ohne am falschen Platz zu wirken.

Ein relativ ruhig erzählter Film ohne schnelle Schnitte, ohne Hektik, von starken Charakteren getragen, denen genug Zeit gegeben wird, sich auszubreiten.

Die Story, (fast) spoilerfrei grob abgerissen:
Ein “hired gun” namens Roy (:beansmirk:) wird von seinem Chef auf einen Auftrag geschickt, da er ihn loswerden möchte. Roy entkommt und befreit dabei noch ein Mädchen namens Raquel. Die beiden sind dann auf der Flucht.

Der Film ist eine Art Mischung aus modernem Western und Neo-Noir. á la No Country for old Men, Hell or High Water, verhältnismäßig weit mehr gebrochene als “ganze” Charaktere in der Geschichte, sowohl moralisch, als auch gesundheitlich.

Der Film lebt von den Charakteren, wie sie Handeln, welche Entscheidungen sie treffen und vor allem die Verbindung zwischen Roy und Raquel, die sich entwickelt (oder eben nicht :ugly:) bringen den Film sehr gut vorwärts.

Besonders gut haben mir sowohl die Anfangs-, als auch die End-sequenz gefallen, das war ein angenehmer fast schon metaphorischer Kreis, der sich da geschlossen hat.

Hut ab, guter Film.

Achja, und kleine info am rande, bevor ich’s vergess:
Was haben “The Rider”, “A beautiful day”/“You were never really here” und “Galvston” gemeinsam?
Ne Frau hat Regie geführt (hier die Schauspielerin aus Inglourious Basterds, die das Kino besitzt). Also wer mal ne Liste mit Filmen von Regisseurinnen machen möchte, kann die drei filme auf die liste packen :supa:


#10940

Ich kann euch auf jeden Fall schon mal sagen, welchen Film ich 2019 schauen werde:


#10941

Scheiß CGI! Hätten die das nicht mit echten Tieren drehen können? :eddyclown:


#10942

Freu mich schon wieder auf die Leute die wie bei Dschungelbuch aus dem Kino kommen “Boar, wie ham’ die das gemacht ey? Bären sind doch voll gefährlich!!!”


#10943

Sowas gibts?


#10944

Geh einfach mal ne Woche in einem Kino deiner Wahl zur Probe arbeiten, dann hast du so gut wie alles gesehen und gehört.


#10945

Meinst du, dass das als Einstellungsgrund reicht?


#10946

Probearbeiten für Umme? Da nehmen die doch doch mit Kusshand :smiley:


#10947

**Ritter der Dämonen **

Bis auf den Namen wusste ich nichts über diesen Film. Ich muss ehrlich sagen, dass ich positiv überrascht worden bin.
Interessante Story, gute Charaktere, ordentlich gore und teilweise auch witzig.

Wer “Tales from the Crypt” mag, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren


#10948

Ich finde es ja lustig, dass das viele als “Realfilm” bezeichnen. Dabei ist das einfach nur ein Animationsfilm im realistischen look xD


#10949

Hamburger Gitter 8/10
Ein Doku über die Ereignisse vom g20 Gipfel in Hamburg, die sich vor allem auch mit den gesamtgesellschaftlichen Implikationen beschäftigt. Man bekommt wirklich ein sehr gutes Bild davon, wie die Polizei immer stärker militarisiert wird. Sowohl von der Ausrüstung als auch vom Vorgehen her. Viele gute Interviewpartner, wie zum Beispiel Heribert Prantl. Und ich habe sogar auch einige neue Sachen gelernt, wie zum Beispiel, dass die Polizei geplant hat, die “Solidarität statt G20”-Demo (die andere große Demo neben der “Welcome to Hell”) mit Polizeigewalt aufzulösen. Definitiv eine Empfehlung von mir.


#10950

Master & Commander

Ich habe den Film vor vielen Jahren mal gesehen und hatte ihn als “ganz nett” abgespeichert. Jetzt, nach der zweiten Runde, muss ich diese Wertung dann mal zurücknehmen. Der Film ist echt spitze!
Es geht grob um die Zeit Napoleons, als neben den Kriegen in Europa der Krieg auch auf das Meer getragen wird. Man begleitet als Zuschauer ein Schiff der britischen Marine auf ihrer Jagd auf einen französischen Segler. Die Story ist eigentlich nicht sonderlich umfangreich, aber wird doch nie langweilig. Neben der ständigen Suche nach dem anderen Schiff stehen im Mittelpunkt die Figuren des Kapitäns (Russell Crowe) und des Schiffsarztes (Paul Bettany), deren Freundschaft ständig auf die Probe gestellt wird. Die beiden Schauspieler machen einfach einen tollen Job, aber auch die Crew steht ihnen in nichts nach. Besonders gut gefallen hat mir, dass das alltägliche Leben an Bord immer wieder gezeigt wird: die Enge, die fürchterlich Arbeit unter Deck und der Kampf der Hierarchie. Zudem mag ich Kammerspiele sehr, was der Film zwar nicht wirklich ist, aber er wirkt oft so, da die Handlung zu 95% auf dem Schiff stattfindet. Streckenweise kommt der Film zudem völlig ohne musikalische Untermalung aus, was auch mal ganz erfrischend war.
Sehr zu empfehlen!

Edit: Und überhaupt: Segelschiffe sind einfach irre toll.