Rocket Beans Community

Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#11895

Naja, animemäßig, den gestern in kino+ erwähnten “the boy and the beast” und “your name” schon gesehen ?


#11896

The Boy And The Beast hab ich gesehen. War nicht schlecht. :slightly_smiling_face: Den anderen Film habe ich noch nicht gesehen, der Trailer sagt mir jetzt aber nicht wirklich zu.
Mir würden bestimmt auch noch andere Filme aus den letzten Jahren einfallen. Aber an die alten Sachen, kommt von den neuen selten etwas heran. :slightly_smiling_face:


#11897

Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht bei einem Film. Diese Perle strotzt nur so vor skurrilen und witzigen Ideen. Nebenbei sind die Make up Effekte auch gut gelungen.
Freaked gehört jetzt zu meinen Lieblingskomödien.

Ich empfehle den O-Ton, da die Synchronisation grottig ist und viele Witze verloren gehen.


#11898

Guck dir A Silent Voice an. :slight_smile:

Bespricht vor allem Themen, die sonst nicht in anderen Film auftauchen.


#11899

Es fehlt vielleicht auch ein neuer Myazaki oder so der Hits nur so dropped. Zu “your name”, romantikzeugs ist normal auch nicht so mein Fall, aber der hat mich voll gepackt. Coole Story, wundervoll gezeichnet. Gibts ab diesem WE sogar auf Netflix


#11900

A Quiet Place:
Nicht ganz einfach zu beurteilen, vor allem da ich vor nicht allzu langem “Bird Box” gesehen habe. Und die Parallelen sind wirklich sehr, sehr extrem, wenn man den Inhalt betrachtet.
Auf der anderen Seite machen die beiden Filme auch viele Dinge sehr anders, und da liegen auch die jeweiligen Stärken und Schwächen. Darum werde ich diese Bewertung primär als Vergleich mit “Bird Box” schreiben, da es sich gerade anbietet.

“Bird Box” hat definitiv die Handlung, die mehr Sinn macht, primär weil die Monster abstrakter sind. In “Bird Box” können die Monster praktisch überall sein. Man weiss nicht, wie sie sich fortbewegen, sie scheinen nicht mal wirklich physisch zu sein und sie scheinen keine Art zu haben sie zu bekämpfen oder zu besiegen. Sie existieren als eine abstrakte Entität, welche dafür sorgen, dass die Protagonisten ihre Augen nicht mehr nutzen können. Und das macht sie so gefährlich.
In “A Quiet Place”… nun, man darf keine Geräusche machen. Was sicher nicht einfach ist, ganz klar, aber man ist den Kreaturen wesentlich weniger ausgesetzt als wenn man sie nicht sehen kann. Ausserdem müssen sich die Kreaturen trotzdem physisch in der Welt bewegen. UND sie währen theoretisch sehr, sehr einfach zu kontrollieren. Denn, wie wilde Biester, stürmen sie einfach dahin, wo es laute Geräusche gibt. Man könnte meinen, dass man dies in einem Krieg gegen sie sehr, sehr einfach einsetzen könnte. Vor allem da sie, abgesehen von ihrem Gehör, offenbar praktisch blind sind. Wenn du kein Geräusch machst, dann rennen sie effektiv an dir vorbei, ohne dich sehen zu können. Dadurch werden sie etwa so angsteinflösend wie die Kreaturen aus “After Earth”.
Was das ganze noch problematischer macht ist die Tatsache, dass die Protagonisten effektiv daran denken, dass sie diese Dinge zu ihrem Gunsten nutzen könnten (denn sie machen das in GEWISSEN Szenen auch), aber über weite Strecken scheinen sie einfach zu vergessen, was für Optionen sie hätten. Himmel, ein Schalsicherer Raum würde reichen um sich vor ihnen zu schützen… und das zeigen sie im Film sogar mal, aber trotzdem scheint es in dem ganzen Krieg gegen die Viecher niemand gegeben zu haben, die das ausgenutzt haben! Währen die Monster mehr wie in “Bird Box”, dass sie dich nur Angreiffen können, wenn du ein Geräusch machst, aber sie ansonsten praktisch unkontrollierbare Entitäten wären, die überall und nirgendwo zu sein scheinen, dann würden viele der offensichtlichen Plotlöcher sehr schnell wegfallen.

“Bird Box” hat also die “besseren” Monster, im Bezug darauf, dass sie weniger Platz für offensichtliche Plotlöcher lassen (nicht, dass “Bird Box” keine hat, sie sind nur kleiner und weniger offensichtlich und störend).
Dennoch würde ich nicht sagen, dass “A Quiet Place” der schlechtere Film ist. Denn wenn man die Plotprobleme einfach mal ignoriert, dann würde ich behaupten, es ist schlussendlich doch der bessere Film.
Und das liegt primär an der Atmosphäre. Der Film ist unglaublich still. Was auch Sinn macht. Aber es geht nicht lange in den Film, bis man anfängt zu realisieren, wie sehr diese Art Stille, diese panische Angst davor irgend ein Geräusch zu machen, dem Zuschauer anfängt aufs Gemüt zu drücken. Das ist einfach nicht normal, nicht in einem Film und nicht im richtigen Leben. Je krampfhafter man versucht jegliche Geräusche zu unterdrücken, desto beklemmender wird es.
Und da der Film über seine ganze Spielzeit nicht mit seinem Konzept bricht und wirklich konstant klar macht, dass man insgesamt halt wirklich keine Geräusche hören darf, bricht auch nichts die Atmosphäre. Sogar die Momente in welchen die Protagonisten effektiv miteinander Reden können brechen hier nichts, denn den Kontext in welchem diese Gespräche stattfinden lassen in der Regel nicht zu zu vergessen, wie sehr diese Paar Worte die wir hier hören in dieser Welt eine Seltenheit sind.
“Bird Box” hat ähnliche darstellerische Spielereien, versteht mich nicht falsch. Aber da der Spielraum wo die Charaktere in dem Film sehen dürfen und die Tatsache, dass der Zuschauer nie wirklich in ihrer Situation ist, da er sich nie ohne zu sehen durch die Welt bewegen muss, ist die Atmosphäre nie so dicht wie in “A Quiet Place”. Die Diskrepanz ist dadurch verstärkt, dass man als Zuschauer, wenn niemand im Film ein Geräusch macht, man automatisch stiller sitzt und sich anpasst. Wenn die Protagonisten eines Filmes jedoch nichts sehen… nun, da kann der Zuschauer nicht wirklich mitmachen, denn wir brauchen unsere Augen ja, um den Film zu schauen.

Darum finde ich, für mich überraschenderweise, den Film mit dem schwächeren und unlogischeren Plot besser als denjenigen mit dem stärkeren Plot… Denn im Endeffekt ist für mich Film ein sehr emotionales Medium, und wenn es einem Film gelingt mich in seine Atmosphäre reinzuziehen, dann ist das hundertmal mehr Wert als wenn der Plot jetzt null Löcher hat oder so…
Ich mag “Bird Box”, aber ich muss sagen, dass ich ich bei “A Quiet Place” sehr viel Stärker gepackt war. Finde es einen erstaunlich guten Horrorfilm!

Fazit: Viele, viele offensichtliche Plotlöcher, aber dank seiner dichten und überwältigenden Atmosphäre dennoch ein wirklich hervorragender Film!


#11901

Polar

60 Minuten Porno
30 Minuten Gewaltporno
15 Minuten belanglos
5 Minuten Plottwist
10 Minuten Credits

2 Punkte für den generischen Film, 1 Punkt für Mikkelsen, ein Punkt für die Brazzers-Szene und 1 Punkt für den Hipster-Attentäter.

5/10


#11902

Love, Simon

So ein wahnsinnig schöner Film. Ja, kitschig und ja, am Ende auch nur ein Teenie-Film, aber trotzdem echt schön gemacht, liebevoll erzählt und echt rundum stimmig. Viel Liebe für Simon!


#11903


#11904

Ja, für den natürlich auch :wink:


#11905

Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen. Obwohl A Quiet Place nüchtern betrachtet nicht weniger Fehler als Bird Box hat, ist für mich ersterer in Summe doch der besser Film.

Liegt vielleicht auch daran, wie ich die Filme gesehen habe. A Quiet Place habe ich im Kino gesehen und ich war wirklich überrascht. So still habe ich während eines Films noch nie einen Kinosaal erlebt. Außer einem kurz aufkeimenden Geplapper in der Mitte des Films, das mit einem eloquenten “Könnt ihr mal bitte die Fresse halten??!” und einer halbherzigen Gegenrede schnell beendet wurde, und einen durchaus berechtigten “Warum nicht gleich so?!” gegen Ende des Films war es wirklich mucksmäuschenstill im Saal.

Bird Box hab ich hingegen alleine Zuhause gesehen.


#11906

The Life Aquatic with Steve Zissou (2004)
von Wes Anderson

Ein Meereskundler macht sich mit seiner Crew auf, an einem Hai Rache zu üben, der ein Mitglied seiner Crew gefressen hat. Er wird dabei begleitet von einem Mann, der behauptet sein bisher unbekannter Sohn zu sein…

Obwohl der Film einen gleich mit dem typischen Wes Anderson Stil empfängt, brauchte ich ein wenig um mit ihm warm zu werden, wohl parallel dazu wie auch Bill Murrays Figur ein bisschen braucht, um gegenüber seinem Sohn ein bisschen aufzutauen. Soweit dann da ein bisschen Charakterentwicklung stattfand, hat es auch endlich bei mit "Click" gemacht und ich mochte The Life Aquatic with Steve Zissou doch noch sehr. Gefühlt ist der Film nicht ganz so witzig wie viele seiner anderen Filme, humortechnisches Highlight war hier für mich ganz klar Willem Dafoe als skurriler Deutscher "Klaus". Und auch eine Schießerei sieht man in einem Wes-Anderson-Film ja nicht alle Tage. Insgesamt, auf jeden Fall sehenswert für Fans seiner Filme.

7/10


#11907

Hey hab endlich einen Film wiedergefunden, der schon länger im Hinterkopf abgespeichert war, aber ich nie wirklich danach gesucht habe, bis heute :slight_smile:

Im besten Sinne eine Britishe Coming of age Komödie.

The Rachel Papers
(1989)

rachel-papers-ver2


#11908

Alles klar, werde mir bei Gelegenheit beide mal in Ruhe anschauen. Danke. :slightly_smiling_face:


#11909

Hab`s mir noch nicht durchgelesen, aber ich werde ihn mir heute später anschauen! :slight_smile:


#11910

Alita: Battle Angel

Hab den gerade im Kino gesehen und bin positiv überrascht. Schöner Film für die große Leinwand mit einer tollen Protagonistin und ganz coolen Designs in der Welt. Alles andere ist eher durchschnittlich aber für einen kurzweiligen Spaß im Kino reicht es locker.

3,5/5


#11911

Ralph Breaks the Internet

Ich hatte sehr sehr viel zu lachen, einige Botschaften waren super verpackt.
Wirklich ein sehr schöner Film!

5/5


#11912

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Tödliche Umarmung (1979)
Regie: Jonathan Demme
Roy Scheider, Janet Margolin, John Glover, Sam Levene, Charles Napier, Christopher Walken, Mandy Patinkin, David Margulies

Zur Story:
Fünf Menschen, die sich noch nie begegnet waren, sterben auf geheimnisvolle Weise. Als sechster steht der Versicherungsagent Harry Hannan (Roy Scheider) auf der Liste. Der Agent Hannan stellt erst nach einer Kur, der er sich wegen eines Nervenzusammenbruchs unterzogen hatte, fest, dass der Anschlag, bei dem seine Frau Dorothy umgekommen ist, eigentlich ihm gegolten haben könnte. Er erhält eine geheimnisvolle Notiz, die mit "ZM"in aramäischer Schrift unterzeichnet ist. Der Zettel erweist sich als Morddrohung. Zusammen mit der jungen Studentin Ellie (Janet Margolin), die sich während seiner Abwesenheit in seiner Wohnung häuslich niedergelassen hat, kommt er einem Rachekomplott auf die Spur…

Mein Fazit:

Knapp 10 Jahre vor Das Schweigen der Lämmer hat sich Jonathan Demme als junger Regisseur schon am Thriller-Genre ausprobiert. Im Jahr 2019 ist ein Film wie Tödliche Umarmung vor allem ein nostalgisches Erlebnis. In Zeiten der überladenen Hollywood-Blockbuster erinnert so ein Film an eine andere Ära des Kinos.

Ich mag den Film, es ist eine schöne Hommage an Alfred Hitchcock. Man bewegt sich auf bekannten Wegen von Der unsichtbare Dritte, Vertigo über Henry Hathaway’s Niagara.

Roy Scheider ist wunderbar und trägt den Film über die ganze Laufzeit. Janet Margolin zeigt sich sowohl als unscheinbares Mauerblümchen, aber auch als Femme Fatale ausgesprochen wandlungsfähig. Im übrigen Cast entdeckt man überall bekannte Gesichter.
Natürlich lebt ein Thriller auch von seinen Bildern und dem Score. Für die Kameraarbeit wurde Tak Fujimoto verpflichtet, mit dem dann Demme bevorzugt gearbeitet hat, während der Score kein geringerer als von Altmeister Miklós Rózsa kam.
Ein durchaus unterhaltsamer und spannender Film.

Trailer:

Ein Soundtrack der wunderbar altmodisch daher kommt:


#11913

Your Name

Wie wunderschön dieser Film ist :heart:️ Ich bin sehr verliebt. Ganz, ganz toll. Ich hätte mir keinen besseren Film als meinen ersten Anime aussuchen können. :heart_eyes:


#11914

Green Book:

Sehr guter Film! Bin sehr positiv angetan!
Die erste Hälfte ist wirklich verdammt gut, auch wenn ich einen Moment brauchte um den Ton des Filmes richtig einzuschätzen.
Der Film ist eine völlige Komödie! Es ist kein authentisches Drama, oder ein Drama mit realistischen Zügen… es ist eine Kömidie. Und das wiederspiegeln die Charaktere auch. Die Charaktere sind ziemliche Parodien. Das sind nicht Persönlichkeiten, die man so im realen Leben findet, das sind Persönlichkeiten, die so in eine Komödie gehören. Viele Eigenschaften sind sehr überzeichnet, und das bewusst. Und viel des Humores kommt auch daher.

Das bedeutet nicht, dass der Film “nur” eine Komödie ist. Wer den Trailer gesehen hat, der kann vermutlich relativ gut einschätzen, worum es geht. Der sozial-politische Kommentar des Filmes ist sehr deutlich und nicht subtil aufgetragen, ich habe aber auch nie das Gefühl, dass er das will. Stattdessen nimmt der Film schwierige und zum Teil komplexe Charakter-Interaktionen auf und lässt sie auf sympatische, unterhaltsame Art ausspielen.
Das ganze Geschehen ist um die beiden Protagonisten gestrickt, deren Beziehung der absolute Kern des Geschehen ist.
Hierbei glänzt vor allem Viggo Mortensen als Tony! Seine Rolle ist nicht nur brilliant geschrieben, sondern auch von ihm hervorragend umgesetzt. Er spielt nicht wirklich einen… “guten” oder “netten” oder “charismatischen” Charakter. Ehrlich gesagt hat er fragwürdige Werte, eine nicht unbedingt freundliche oder gewinnende Art, er ist nicht mal irgendwie charmant…
Dennoch ist er sympatisch! Sehr sogar. Man verbringt einfach gerne Zeit mit ihm und schaut ihm gerne zu.
Mahershala Ali auf der anderen Seite ist der etwas “seriösere” Charakter und hat die vermutlich eher emotionalen und schwierigeren Momente, und auch das macht er fantastisch.
Dieses Duo ist einfach so packend und sympatisch, dass man gerne eine Menge Zeit mit ihnen verbringt und dass sie den Film spielend tragen.

Ich denke, wenn ich dem Film etwas vorwerfen würde, dann ist es wohl der dritte Akt.
Er zeigt dort zwar viel Mut für ein eher ungewöhnliches Pacing, und es gibt auch nichts für sich, das ich wirklich kritisieren würde… aber dennoch muss ich zugeben, dass der dritte Akt sich ein bisschen zieht und nicht mehr ganz den Biss oder das schnelle Schlag-auf-Schlag-Tempo der ersten zwei Drittel hat.
In diesem Schlussakt hätte man vielleicht ein, zwei Momente streichen können, ohne das der Film viel verloren hätte.
Ausserdem schneidet der Film neben dem Rassen-Vorurteils-Thema noch etwas weiteres an, was aber insgesammt im Film überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ich könnte ohne übertreibung den Film in einer Szene schneiden, eine Dialogzeile rausnehmen, und es würde niemandem auffallen, dass in dem Film etwas fehlen würde… Und wenn so etwas der Fall ist, dann würde ich behaupten, dass man da vielleicht etwas mehr hätte investieren können.

Trotzdem: Dies sind Details, die einem vermutlich erst nach dem Film auffallen, oder auch gar nicht. Ich habe den Film in einem bis auf den letzten Sitz gefüllten Kino gesehen und ich kann nur sagen, dass der Film ein Vergnügen war mit einem grossen Publikum zu sehen. Die Pointen der Witze sassen, die emotionalen Momente sassen und nachdem ich aus dem Kino kam gab es für mich keine Frage: Dieser Film ist auf jeden Fall eine Empfehlung werde.

Fazit: Sollte man sich ansehen! Ist wirklich gut! Lustig, mit viel Herz, guten Schauspielern und einer breiten Palette an Themen, die zur Diskussion und zum Nachdenken anregen.