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Welchen Film habt ihr als letztes gesehen?


#12660

Manta Manta

Ich habe entdeckt das einer der Filme meiner Kindheit auf Netflix erschienen ist und so musste ich mir den natürlich geben. Das letzte mal das ich ihn gesehen habe war schon etwas länger her war und ich ihn schlecht in erinnerung hatte musste ich diese erinnerung einfach wieder auffrischen. Mir sind dazu viele sachen aufgefallen die mir damals einfach nicht bewusst waren. So hab ich den ein oder anderen Schauspieler erkannt, den ich damals nicht wahrgenommen habe. Die größte Überraschung war in der Verfolgungsjagt zwischen dem Ferrari und Klausi als auf einmal Farins Urlaub stimme ertönte da er mit seiner damaligen Band den Soundtrack dazu beisteuerte.
Till Schweiger ist hier in der Rolle die für mich auf ihn am besten passt - In der Rolle des Prolleten Berti. Aber schauspiel technisch ist der Film an manchen stellen nicht grade auf einen hohen Niveau und ich hatte das gefühl das die Dialoge+Acting einfach zu “geschrieben” wirken und nicht natürlich sind. Am besten gefällt mir hier Michael Kessler in der Rolle des Klausi.
Was ich richtig Gut fand war das Rennen am Ende. Die Lichtstimmung fand ich einfach gut und realistisch.
In dem Sinne: Boah Ey


#12661

Letzte Film bei dem ich geheult habe war glaube ich Liebling ich habe die Kinder geschrumpft bei Meisis Tod.
Aber über Your Name auch beim sechsten Mal. Irgendwann selbst mich.


#12662

Unicorn Store

Samuel L. Jackson und Brie Larson kann man zusammen derzeit nicht nur auf der großen Kinoleinwand erleben, sondern auch auf Netflix. Deren zweiter neuer Film trägt nämlich den Namen “Unicorn Store” und ist seit dem 5. April 2019 digital zugänglich, wobei es erwähnt werden sollte, dass es diesen Film bereits im Jahr 2017 auf dem Toronto International Film Festival zu sehen gab. Technisch gesehen ist er also nicht mehr ganz so brandneu wie der Marvel-Popcorn-Kracher. Doch auch was die Handlung und die Tonalität angeht, könnte “Unicorn Store” unterschiedlicher nicht sein.

Es geht um Kit (Brie Larson), die mit Mitte zwanzig wieder bei ihren Eltern einziehen muss, weil sie als Künstlerin von ihren Professoren nicht verstanden wurde und daher das Kunststudium an den Nagel hängen musste. Einen Bürojob kann sie sich nur schwer vorstellen, doch da ihre Eltern sich nichts sehnlicher wünschen als eine normale Tochter zu haben, die morgens Kaffee trinkt und den Tag auf dem Bürostuhl verbringt, gibt sie nach und beschließt, ein gewöhnliches Leben zu führen. Nur wenige Tage später landet aber ein Brief in ihren Händen, der sie zu einem ganz besonderen Laden einlädt. Der Verkäufer (Samuel L. Jackson) hat für Kit nämlich ein ganz besonderes Angebot parat.

“Unicorn Store” ist ein sehr ruhiger und verträumter Film, der statt von Frau Larson genau so gut auch von Zach Braff hätte gedreht werden können. Der ganze Vibe und die tagträumerische Seite dieses Films erinnern stark an Braffs “Wish I Was Here”, wobei Brie Larson ihren Film durch die Begrenzung auf ca. 90 Minuten knackiger und runder wirken lässt. Seine ungewöhnliche Prämisse, die liebenswerten Charaktere und das gelungene Pacing machen “Unicorn Store” zu einem unbeschwerten und farbenfrohen Seherlebnis.

Als farbenfroh kann auch die ganze visuelle Aufmachung dieses Films bezeichnet werden. Konfetti, Glitzer, Lametta, bunte Kostüme, Malfarben, Regenbögen etc. - bei “Unicorn Store” greift man auf eine quietschbunte Ausstattung zurück und schlittert am Kitsch nicht vorbei, sondern rast mitten rein. Ja, man kann diesen Film alleine aufgrund seiner Geschichte und des vielen Glitzers furchtbar kitschig finden, doch genau davor macht “Unicorn Store” nicht halt.

Beim Schauspiel verfolgt man in erster Linie Kit - also Brie Larson - und merkt, dass sie auf jeden Fall Lust auf diesen Film hatte. Kit kommt eher zart, emotional, verträumt und impulsiv daher, was Frau Larson mit ihrem Schauspiel auch ordentlich umsetzt. Samuel L. Jackson hat hier deutlich weniger zu tun, scheint an der verrückten Handlung aber ebenfalls seinen Spaß zu haben.

Was für mich “Unicorn Store” dann aber doch auf der Stelle treten lässt, sind die Handlung und das Ende. 90 Minuten lang gibt sich dieser Film große Mühe, eigenartig und herzerwärmend zu sein, merkt aber nicht, dass er dabei immer hohler und schwammiger wird. Was wollte mir dieser Film nochmal sagen? Ach ja, Brie Larson sagt die Moral der Geschichte ja selbst mitten im Film direkt in die Kamera: auch Erwachsene dürfen Träume und Wünsche haben, egal wie kindisch oder unrealistisch sie zu sein scheinen. Schade nur, dass dieser Film keinen klügeren, spannenderen und emotionaleren Weg findet, mir diese Botschaft näherzubringen.

“Unicorn Store” ist also ein Film, der durchaus nett anzusehen ist und Fans von Frau Larson unterhalten wird, im Großen und Ganzen aber sehr wenig Eindruck hinterlässt. Zu substanzlos die Handlung, zu seicht das Ende. Was also übrig bleibt, ist nur eine hübsche Verpackung mit Marshmallow-Inhalt.


#12663

Aufbruch zum Mond

Der Film spaltet und das hängt meiner Meinung nach mit einer falschen Erwartungshaltung zusammen. Es ist kein Raumfahrtfilm, den anscheinend viele erwartet haben, sondern es ist das Psychogramm eines Mannes, der sich durch Schicksalsschläge emotional von seiner Außenwelt abkapselt und dennoch großes vollbringt, dass für viele Menschen einen hohen emotionalen Wert hat.

Ganz ehrlich: DAS ist für mich modernes amerikanisches Heldenkino. Endlich werden Helden zu Helden durch das, was sie tun und nicht dadurch, wie sie inszeniert werden.
Dem Film wurde zugunsten der Hauptfigur ALLES entzogen, was man sonst so aus dem Hollywood-Kino kennt. Es gibt keinen Patriotismus, keinen Heldenpathos, keinen religiösen Pathos. Im Film fällt durch die Charaktere weder das Wort “Amerika” oder “USA” noch “Gott”.

Damit konzentriert der Film sich nicht nur auf das Wesentliche, sondern stellt auch endlich einmal das deutlich heraus, was mich schon immer an solchen Hollywood-Raumfahrtfilmen genervt hat: Die Raumfahrt ist größer als die USA! Ihr habt zwar angefangen, aber euch gehört das nicht. Es gehört der ganzen Menschheit.

Dass man die Fahnen-Szene nicht gezeigt hat, ist da nur konsequent und weder anti-amerikanisch, noch in irgendeiner Weise politisch gegen aktuelle Präsidenten gerichtet… ihr wisst schon, dem mit dem toten Eichhörnchen auf dem Kopf.
Es macht auf der Ebene Sinn, dass man sich nur auf einen Charakter konzentriert und eben auf einer höheren Ebene mit der Botschaft, dass “Space Exploration” nicht etwas ist, dass die Amis exklusiv haben und nur für sich tun.

Die Szenen in den Kapseln haben mich immer wieder an “Das Boot” erinnert. Weniger über Optik, sondern viel mehr über Geräusche wird hier die Spannung erzeugt. “Fällt die Kiste gleich auseinander oder nicht?” Das ist großartig.

Durch diese drastische Verengung auf Armstrong muss man natürlich Abzüge bei anderen Charakteren hinnehmen. Die Crew der Apollo 11 wirkt nicht wie eine verschworene Einheit, wie man es bei so einer Mission erwarten müsste. Collins tritt kaum in Erscheinung und Aldrin wirkt durchgehend fast wie ein unsympathischer Proll.

Auch mit Armstrong selbst fremdeln viele, weil er diese emotionale Kühle auch auf den Zuschauer überträgt (symbolisch toll verdeutlicht, als er auf dem Mond bei einer emotionalen Reaktion das Visier verschließt und dem Zuschauer dem Blick verwehrt). Er entzieht sich in seinem Habitus vollkommen dem Stereotyp eines Helden. Die Beziehung zu seiner Frau ist auch eher kalt.
Mein einziger größerer Kritikpunkt am Film ist, dass er durch die minütlichen Schnitte zwischen Raumfahrt-Szenen und Beziehungszenen etwas unfokussiert ist.

Also mein Fazit: Möchte man Raumfahrt für´s Herz schaut man “Apollo 13”. Möchte man Raumfahrt für´s Hirn, wählt man “First Man”. Man sieht, dass ich damit auch die immerwährenden Vergleiche zwischen den Filmen ziemlich deplatziert finde. Beide haben vollkommen unterschiedliche Ansätze.

Ich gebe First Man 4 von 5 Sternen.


#12664

Das sah ich ein bisschen anders.
Ich sehen den Film so, dass es ja darum ging, dass sich Armstrong im Prinzip von seiner Familie isoliert, wegen dem Tod seiner Tochter zu Beginn des Filmes. Und er flüchtet in seine Arbeit, welche mit der ganzen Lebensgefahr fast schon den Eindruck hinterlässt, als sei es eine Flucht in den Tod.
Ich finde, die beiden Hälften, sein persönliches Leben und seine Arbeit, ergänzen sich und sind thematisch völlig voneinander abhängig, weswegen ich gar nicht finde, dass es unfokussiert wirkt.
Aber ich denke, darum sehen wir auch diesen Punkt etwas anders:

Ich finde “First Man” eine emotionale Erfahrung, viel weniger ein “Hirn”-Film.

Insgesamt kann ich deinem positiven Tenor jedoch völlig zustimmen! Ein wirklich gelungener Film.


#12665

Der Prinz aus Zamunda

Für mich einer dieser Kult Streifen aus den 80ern, den man sich immer wieder geben kann.


#12666

Kam am Samstag in den Genuss zweier Filme, die in Österreich leider nur in kleinen, gut versteckten Kinos laufen und nicht im Cineplexx, das mittlerweile eine Monopolstellung inne hat. Finde ich übrigens Kacke, aber das ist eine andere Geschichte.

Mirai - Das Mädchen aus der Zukunft
Ein schöner Anime für die ganze Familie, der mit der Fantasie von Kindern arbeitet und dabei sehr an Totoro erinnert. Eltern von zwei Kindern werden in dem Film zahlreiche Momente nur so bestätigen können. Leider verliert sich Mirai im Mittelteil ein wenig in dem Glauben, sich durch abstrakte Szenerien abheben zu müssen, was mir zumindest zahlreiche Gähner und müde Lächler beschert hat…doch dafür hat das schöne Ende mehr als entschädigt!

Mid90s
Als Kind der 90er (ja ich weiß, der Satz ist ausgelutscht) konnte ich mich natürlich bestens in den Film hineinversetzen, denn auch ich bin in meiner Teenager-Zeit im Skate-Park abgehangen. Technisch und schauspielerisch top! Der Film hat keine Hänger und wirkt so dermaßen authentisch, als ob man selbst dabei gewesen wäre. Für ein Regiedebüt verdammt gut, lieber Jonah Hill!


#12667

Shazam (2019) 7/10

Ich gebe zu, dass der einige Schwächen hat und eigentlich nichts anderes ist, als ein weiterer Superhelden Origin Film. Aber verdammt, ich finde es so genial, dass es sich um einen Teenager handelt. Und genau da liegen auch die Stärken des Films. Jede einzelne Szene, die mit diesem Umstand spielt, ist einfach super.

Irgendwann in der Mitte des Films beugte sich mein Kumpel zu mir und sagte: eigentlich braucht de Film keinen Bösewicht. Und da stimme ich ihm zu. Denn genau an dieser Stelle zerläuft sich der Film zum allgemeinen Superhelden Origin Brei. Auch wenn ich persönlich total auf die mythologische/religiöse Komponente der sieben Todsünden stehe und das Design echt cool fand. Leider will ich so etwas dann düsterer (und brutaler), was hier dann im krassen Gegensatz zum Protagonisten stehen würde.

Zachary Levi spielt super und auch Mark Strong mimt einen bedrohlichen Bösewicht. Die Kids machen das auch herrlich, auch wenn letztendlich nur Klischees bedient werden.

Alles in allem hat der mir aber sehr gut gefallen und ist wie schon vermutet mein DCEU Favorit muss Man of Steel noch mal schauen).


#12668

Guardians of the galaxy 1&2

Fand beide ganz lustig. Manchmal war mir der Humor etwas zu viel und auch etwas platt, aber im großen und ganzen war ich bei beiden Teilen gut unterhalten. Der Soundtrack ist natürlich bei beiden Filmen top. Den großen Hype den die Teile unter unseren Freunden hat, verstehe ich aber nun auch nicht so ganz.
7/10


#12669

Nach dem Kino+ Spezial habe ich mit gestern Carpenter’s The Thing (1982) mal wieder angeschaut. Der Film überzeugt einfach nur durch seine herrlich handgemachten “Schöpfungen” und seine beklemmende und dichte Atmosphäre.
Den muss man mal gesehen haben.
8/10

Gibt es übrigens auf derzeit auf Netflix.


#12670

Ich sage ja nicht, dass ich bei “First Man” nichts gefühlt habe. Aber der Film versucht eben deutlich weniger als Apollo 13 Emotionen zu erzeugen. Schau dir nur mal die Szene an: https://www.youtube.com/watch?v=s_7PfocHTmc

Die Musik, die Schnitte, der in Jubel ausbrechende Mission Control - Raum. Ich liebe auch Apollo 13, aber der Film versucht doch viel “billiger” Emotionen zu erzeugen.

Mein emotionaler Höhepunkt in First Man ist, als Gosling auf dem Mond uns selbst dort seine Emotionen versperrt, als er sein Sonnenschutz-Visier herunter klappt, weil er Tränen vergießt. Er verschließt sich sogar dem Zuschauer. Das ist der geniale - ich nenne ihn mal - Chazel-Moment. Weil dort oben sieht in dem Moment ja eigentlich keiner zu außer wir.

Bei Apollo 13 leidet und fühlt man mit den Charakteren mit. Das ist sicher auch dem geschuldet, dass die Mission einfach schief geht, aber eben auch, weil ich in diesem Film die Charaktere so liebe. In First Man, kann ich weder zu Armstrong noch zu seiner Crew tiefe Emotionen aufbauen. Am ehesten noch zu seiner Frau.

Ich glaube, dass viele der schlechten Rezensionen und des schlechten Feedbacks darauf zurückzuführen sind, dass viele ein neues Apollo 13 erwartet haben. Apollo 13 war auch authentisch, aber eben doch gedreht wie ein Abenteuerfilm. Das gibt einem First Man nicht.

Nun. Ich fand halt irgendwann, dass ich es begriffen habe, dass er sich von seiner Familie abkapselt. Der Film wiederholt das immer und immer wieder. Das fand ich irgendwann redundant.


#12671

Suzzanna buried alive auf Netflix ist eigentlich ne einzige Frechheit, über 2 Stunden mehr als verschwendete Lebenszeit :sweat_smile:


#12672

Gestern Morgen noch:

The Swordmaster (1993) von Sammo Hung und mit Jet Li in der Hauptrolle.

Das coole am Film: Ich kannte den noch nicht.
Cool inszenierte Kämpfe (mit Waffen), ab und zu ein paar typische Sammo Hung Gags und Slapstick Einlagen. Allein der Darsteller für den “König der grünen Fledermaus” (kennt man aus der Winners&Sinners Reihe). Pure Comedy xD
Dabei will der Film eigentlich ziemlich ernst sein.
Die Story wirkt (sehr ungewöhnlich) fast wie ein Fantasy-Märchen. Neben den ganzen Kung-Fu Skills können Charaktere innerhalb von Sekunden und von 0 auf 100 Kung Fu lernen und verlieren. Die “Helden” können ähnlich wie in Dragonball Energiekugeln schießen und es gibt Zauberschwerter. Klingt echt zu abgefahren, macht aber durchaus noch Spaß anzusehen, auch wenn er heute extrem trashig wirkt.

Einziger wirklicher Schwachpunkt: Der Film endet quasi mittendrin. Klar, kündigt ein Sequell an, nur konnte ich (google und wikipedia) keins finden. Schade.


#12673

Der Himmel über Berlin

Ich hatte mal wieder Lust auf einen richtigen Arthouse-Brocken und da viel die Wahl, da Bruno Ganz kürzlich verstorben ist, auf dieses Werk von Wim Wenders. Bei den Kritikern hat der Film ja fast einen Heiligenstatus und auch für viele Filmfans hat er Kultstatus.

Und ich muss sagen, dass er seine Erwartungen erfüllt hat. Wie bei jedem Arthouse-Film
muss man sich jedoch darauf einlassen können und ein Herz für “Artsy Fartsy” haben. Die Dialoge und Monologe z.B. sind nicht natürlich. Sie sind wie im Theater gesprochene Poetik und Lyrik. Der Film spielt mit einer Mischung aus melancholischem schwarz/weiß Bildern und hoffnungsvoller Farbe. Szenen werden oft minutenlang ohne Schnitt ausgespielt.

Das ist ungewohnt für ein heutiges Seherlebnis und man bezeichnet solche Filme gerne als sperrig, Für mich war er umso wirkungsvoller. Die Stimmung ist durchgehend intensiv und es entwickelt sich ein unfassbarer Sog. Man wird in einen existenzialistischen Strudel geworfen.

Bereits in der ersten Szene bekam ich unvermittelt Gänsehaut. Das habe ich nur sehr selten. Da sitzt der eigentlich unsichtbare Engel Damiel (Bruno Ganz) auf der Gedächtniskirche. Alles unter ihm fließt, ein Bach aus Leben. Nur ein Kind sticht heraus, dass auf der Straße steht und ihn direkt ansieht. In “Der Himmel über Berlin” werden die Engel von niemanden wahr genommen, außer von Kindern, die in ihrer Unschuld selbst noch Engel sind…

Ja, auf sowas muss man stehen. Wenn man es tut, ist der Film wirklich eine Bereicherung.

Ich bin, wenn mich ein Film wirklich komplett reinzieht, keiner der dann noch extra nach Fehlern sucht. Deswegen gebe ich dem 5 von 5 Sternen.


#12674

Am Samstag “Der Nebel” auf Blu-Ray.

Ich habe damals die Kurzgeschichte gelesen, und den Film bisher vor einigen Jahren mal im Fernsehen gesehen. Wie es manchmal so ist, fand ich den Film jetzt beim erneuten gucken sogar nochmal besser als beim ersten gucken! Er hat zwar teilweise ein wenig die Anmutung eines TV Films, ist alles in allem aber eine tolle Umsetzung des Stoffes, und das Ende ist natürlich einfach heftig. Gute Verfilmung!

Und gestern Abend dann mal wieder “The Green Mile” auf Blu-Ray! Eigentlich wollte ich nur mit dem Film anfangen, vielleicht die erste Hälfte gucken und dann heute weiter, dauert ja immerhin über drei Stunden, hab ihn im Endeffekt dann aber doch komplett geguckt. Einfach immer wieder richtig gut, und für mich eine der besten King Verfilmungen! :slight_smile:


#12675

Bone Tomahawk

In der kleinen Wild-West Stadt Bright Hope werden über Nacht ein fremder Häftling, eine Krankenschwester und ein Hilfsdeputy entführt. Hinweise lassen bei den Entführern auf einen besonders gefährlichen Stamm von indigenen Amerikanern schließen. Also macht sich ein Rettungstrupp auf die Reise, um die Entführten zu retten.

Was für ein belangloser Film. Während der ganzen elend langen Laufzeit von 2 Stunden ist absolut keine Atmosphäre aufgekommen. Für ein Western-Setting waren die Schauplätze alle viel zu sauber (sogar der Schauplatz des Finales sah aus wie stündlich durchgefegt). Die Charaktere hätten einem kaum egaler sein können und mit den wirklich wenigen und meiner Meinung nach plump inszenierten Gewaltspitzen kann man mich sowieso nur selten überzeugen. Nicht empfehlenswert. (gesehen auf Netflix)

4/10


#12676

Nur ein kleiner Gefallen

Ne. Dat war nix. Ich mag Anna Kendrick und sie ist so ziemlich der einzige Grund, warum ich mir den angesehen habe. Die Aussicht darauf, sie mal in einer etwas anderen Rolle als der quirky Nerdtraum zu sehen hat mich gereizt.

Aber das hat dann doch nicht gereicht. Die Figuren sind allesamt unsympathisch und unglaubwürdig, alles wirkt konstruiert, prätentiös und versucht cool zu sein… die Betonung liegt auf versuchen .

Da geb ich 2 1/2 Sterne.


#12677

Der letzte Lude

Meine Freundin hat mich gedrängt den zu gucken. Was soll ich sagen…ich musste öfter schmunzeln als gedacht. Hat mich besser unterhalten als so manch anderer Film aus diesem Land.


#12678

Stullenandi :slight_smile:


#12679

Marvel’s Avengers:

Immer noch wirklich verdammt gut! In meinen Augen nach all den Jahren und all den Filmen im Marvel Universum, ist und bleibt dieser Film einer der besten.
Ich glaube, man darf wirklich nicht unterschätzen, wie stark dieser Film von den Charakteren und den Schauspielern getragen wird. Und das geht weit, weit über die “lustigen” Sprüche oder den “Coolness”-Faktor hinweg.
Denn obwohl dieser Film so viele Charaktere enthält hat jeder der Protagonisten Tiefe und Komplexität. Das wir bei diesen Filmen gerne etwas übersehen, aber man darf das nicht vergessen und nicht unterschätzen.

Nehmen wir Captain America als Beispiel. Das erste Mal wo man ihn sieht ist er am Trainieren, aber er wirkt völlig aufgewühlt und emotional geladen. Als Fury reinkommt um ihn für die Arbeit mit den Avengers zu rekrutieren hört man im Dialog von Steve Rogers den ersten Anhaltspunkt, was ihn so beschäftigt. Er redet davon, dass sie den Krieg den sie vor seiner Einfrierung gekämpft hatten zwar gewonnen hatten… aber auch eine Menge verloren.
In seiner nächsten Szene mit dem Captain wird er auf seine Uniform angesprochen, die “Stars and Stripes”… und an Rogers Reaktion merkt man, dass der Captain, der grosse Patriot seiner Zeit, plötzlich nicht mehr ganz so gewillt ist, das Banner seines Landes zu tragen.
Das sind seine ersten beiden Szenen, und der Film hat noch nicht richtig angefangen. Und trotzdem hat man diesem Charakter bereits neue interne Konflikte gegeben. Ohne dass man es direkt anspricht merkt man bereits, dass sich Steve Rogers damit auseinander setzen muss, dass die USA für die er damals gekämpft hat, nicht mehr das gleiche Land ist, das er damals idealisiert hat. Es wird nicht direkt angesprochen, aber es kommt rüber, dass er Dinge über sein Land gelernt hat, welche seinen treuen Patriotismus aus einer Zeit wo die USA noch heldenhaft gegen eine diskussionslose bösartige Macht gekämpft hatte hinterfragen muss.
Und das ist etwas, was in späteren Filmen wieder aufgenommen wird (und was die Marvel-Filme als Kontinuität so stark macht), aber es macht Steve Rogers auch schon in diesem Film zu einem vielschichtigen, interessanten Charakter, ausserhalb seiner Superkräfte.
Und diese Aspekte, diese zusätzlichen internen Konflikte und Motivationen, sind in jedem einzelnen der Hauptcharaktere dieses Filmes zu spüren. Das Drehbuch (im Bezug auf die Charaktere) ist unglaublich stark und intelligent geschrieben, und ich glaube viele Leute unterschätzen, wie viel Nuance man in diesem Drehbuch finden kann!

Und die Schauspieler tragen da auch ihren Teil dazu bei, dass diese Charaktere so gut funktionieren.
Denn sie müssen all diese Vielschichtigkeiten auch auf die Leinwand bringen. Es würde nichts bringen, wenn das Drehbuch diese subtilen Nuancen hätte, die Schauspieler aber alle ihre Rollen flach und uninteressant spielen würden.
Tony Stark ist der Sprücheklopfer und das Grossmaul, aber es braucht die Momente zwischen den Sprüchen, in welchen Robert Downey Jr. die Fassade bröckeln lässt, wo Angst oder Nervosität oder Trauer oder Hilflosigkeit durchsickern. Und das macht er fantastisch… und wie gesagt, das machen ALLE fantastisch. Und darum sind auch all die Interaktionen zwischen den Charakteren die Highlights dieses Filmes. Du kannst all diese Charaktere in eine Szene werfen und es kommt etwas interessantes dabei raus.

Und darum, weil man die Charaktere so mag, weil die Charaktere für etwas kämpfen, was an sie persönlich geknüpft ist, darum funktioniert dieser Film so gut.
Und darum funktioniert auch das ganze Zeugs rund herum so gut.
Darum funktioniert die lange Finale Actionsszene, darum funktionieren all die Kämpfe und Explosionen dazwischen. Weil man Kontext hat im Bezug auf die Charaktere.
Und das ist auch der Grund, warum das ganze Filmuniversum so gut funktioniert. Weil das ganze Spektakel immer um die Charaktere gebaut wird, und nicht die Charaktere in irgendwelche spektakulären Szenen geworfen werden.

Ich könnte Szene für Szene durch den Film durchgehen und praktisch in jedem Moment etwas ansprechen, das ich gelungen und intelligent gemacht finde, aber ich glaube ich lasse es einfach mal dabei, dass ich den Film jedes Mal wieder neu entdecke, wenn ich ihn mir anschaue. Es ist kein Zufall, dass man auf diesen Charakteren eine derart ausgedehnte Kontinuität machen konnte, und es hat seinen Grund warum der bald anlaufende “End Games”-Film wohl das Filmische Ereigniss einer Generation darstellen wird. Auf diesen Punkt ist mit viel Leidenschaft und Sorgfallt hingearbeitet worden, und der erste Avengers-Film zeigt deutlich, wie man schon von Anfang an die Weichen sauber gestellt hatte.

Fazit: Einer der besten Filme des MCU. Charakter-getrieben und so viel besser geschrieben (vor allem die Charaktere) als man ihm heute oft anerkennt.