Hätte mich auch gewundert
Was mich mal interessieren würde, liebe Autorengemeinde, ist, wie ihr an das Projekt Kurzgeschichte herangeht.
Habt ihr bevor ihr schreibt den kompletten Plan schon im Hinterkopf oder schreibt ihr drauf los und habt dabei dauernd neue Ideen, die euren Plan umwerfen?
Da das quasi meine erste Kurzgeschichte ist, kann ich nur von diesem Einzelfall berichten:
Ich habe abends im Bett darüber nachgedacht, worüber ich gerne schreiben würde. Da ist mir auch grob die komplette Handlung eingefallen, inklusive Ende.
Während des Schreibens sind mir allerdings dann noch ein paar Kleinigkeiten eingefallen, die dann dazu gekommen sind.
Früher habe ich sehr spontan geschrieben und auch nur dann, wenn mich die Muse geküsst hat. Jetzt benötige ich eigentlich einen Plan von vorne bis hinten, was mir bei der Einsendung für den Wettbewerb leider recht schwer fiel.
Jetzt muss ich leider feststellen, dass die Muse sehr wählerisch geworden ist und ich wohl ohne sie auskommen muss. Muss ich mir mein Orm woanders suchen.
Bei meiner Geschichte hier habe ich glaube ich genauso viel recherchiert und überlegt wie ich eigentlich mit dem Schreiben beschäftigt war.
Danke für den Aufwand, den du dir mit den Rückmeldungen gemacht hast!
Ich habe den Kritikpunkt „kitschig“ schon öfter gelesen und stimme auch voll und ganz damit überein. Hier hat mich die Wortgrenze von 2000 Wörtern und der Zeitdruck hinterlistig reingelegt.
Ich habe die Geschichte den gesamten Zeitraum des Wettbewerbs über konzipiert und am Tag der Abgabe erst geschrieben. Ich dachte, ich hätte den Verlauf vernünftig geplant. Dann hatte ich aber ruck zuck die Wortobergrenze erreicht und musste rauskürzen. Vielleicht wäre C.S. Lewis (der nicht nur Mellys, sondern auch mein Lieblingsautor ist) dann etwas natürlicher oder glaubhafter in die Story mit eingeflossen. Da der Saal der fliegenden Bücher aber unter Umständen (man weiß es nicht, man weiß es nicht. ;)) nur in Melanies Fantasie existiert hat, rede ich mich einfach damit raus.
Mir ging es bei der Geschichte hauptsächlich darum, wie auch vielen aufgefallen ist, eine leicht naive, kindergeschichtliche Erzählung zu schreiben, da ich am Anfang viele eher dunklere Ideen hatte und mich davon loslösen wollte und da sie ja mit Melly einem kleinen Mädchen folgt. „Große Wörter“, wie es sie in vielen guten Geschichten gab, wären da eher fehl am Platz gewesen.
Meistens kommt mir eine Idee in den Kopf die dann mit der Zeit „Reift“ Am Ende habe ich dann die komplette Geschichte schon im Kopf durchgespielt. Das Schreiben selbst ist dann nur noch das aufs Papier bringen. Meistens kommen mir aber während des schreiben noch ein paar neuere Ideen.Am Ende gefällt mir die Geschichte zu 90% besser als vor dem Schreiben. Das war bei meiner jetzigen Geschichte aber überhaupt nicht der Fall. Da war die Geschichte im Kopf deutlich besser.
Edit: Meine Geschichte ist nun ins Netz gestellt. Eine Lovecraft kurzgeschichte: "Die Schwarze Tür". Würde mich über Kritik freuen ;)
Wenn jemand Interesse hat.
Ich setze mich ins Freie und brainstorme. Schreibe alles auf, was mir in den Kopf kommt. Dann lasse ich das Ganze ein bisschen liegen und filtere später. Dann werden Charaktere und Handlungsverlauf geplant und Seiten an Notizen vollgekritzelt. Das eigentliche Schreiben ist dann nur noch eine Formalität.
Und sehr langwierig, weil ich ja die Geschichte schon komplett im Kopf habe. Weshalb ich das immer vor mir herschiebe.
@Qualle_mit_Hut also der Weg ändert sich, das Ziel bleibt aber gleich.
@Mevarit Ich hatte einfach keine Muse, nachdem ich das Thema „Ein Tag“ gelesen hatte Hat meine Fantasie irgendwie nicht stimulieren können.
@Qualle_mit_Hut Und deshalb habe ich leider nicht mitgemacht Ich wollte dann auch nicht einfach irgendwas schreiben, um mitzumachen. Wenn ich etwas veröffentliche, muss ich auch voll dahinter stehen.
Meistens hab ich ein Gerüst im Kopf. Das kann ein toller Einstieg sein, das Finale, irgendeine super Szene in der Mitte, einen bestimmten Stil den ich gern mal ausprobieren würde…darum versuch ich dann die Geschichte zu spannen.
Meistens steht aber zumindest Anfang und Ende. Alles andere findet sich dann auf einem riesigen Whiteboard in vielen kleinen Post-its
Mit Inspiration habe ich mich auch lange schwergetan, also allgemein, nicht auf den Wettbewerb bezogen. Bei mir stimuliert die Natur das. In meiner Wohnung kann ich nicht kreativ werden.
Ich gehe nachts vor dem Schlafengehen (im Moment um ca. 2 Uhr) spazieren, höre dabei ruhige Musik und wenn ich mit meiner Runde fertig bin (nach ca. 30 Minuten) setze ich mich auf dem Spielplatz in meiner Straße auf eine Schaukel und schaue in den Nachthimmel.
-Ein bisschen strange ist es ja schon, ich weiß -
Aber ich komme da manchmal in eine Art Flow und kann viel klarer Denken und neben Ideen, wie ich alltägliche Probleme lösen kann, kommen auch mal gute Wortspiele, tiefgründige Metaphern und sowas, also alles, was man für eine gute Geschichte gut brauchen kann.
Ich sollte mir angewöhnen, einen Notizblock mitzunehmen und sie festzuhalten
Aber noch etwas zu [quote=„JonnyEagle, post:575, topic:5097, full:true“]
In meiner Wohnung kann ich nicht kreativ werden.
[/quote]
Im Wachzustand nicht, aber im Traum umso mehr!
Die nächsten Tage versuche ich mal, mir eine gute Geschichte auszudenken
Ich hab eine Idee und Eckpunkte der Handlung, vor allem einen Anfang und ein Ende. Dann schreib ich los und füll die Lücken. Das meiste wird im Kopf geplant. Dialoge der Charaktere werden komplett improvisiert.
Es ist interessant, weil man sich manchmal selber überrascht und neue Wendungen in der Geschichte findet.
Vielen Dank für den zweiten Platz!
Wow, es waren so viele Geschichten dabei die mir gefallen haben
Die ganze Idee für diesen Wettbewerb ist einfach super, vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben, ich kann mir vorstellen, wie viel Arbeit das gewesen sein muss.
PS: das mit der Inhaltsangabe war ein Missverständnis, ich dachte die wären notwendig. Ich hätte mir in den Hintern beißen können, als ich gesehen habe, dass keiner das gemacht hat
Früher habe ich einfach drauf los geschrieben, habe dann aber im Nachhinein gemerkt, dass sie mir häufig nicht mehr gefallen.
Ich denke, dass der spontane Impuls zu schreiben wirklich gute und intensive Texte hervorbringen kann. Aber für mich habe ich gemerkt, dass eine solide Planung einfach eine stimmigere Geschichte ermöglicht.
Ja, ist bei mir sehr ähnlich. Habe seit Kurzem immer ein kleines Notizbuch dabei. Träumen ist bei mir auch sehr ertragreich, das vergesse ich nur immer wieder.
Ich brauch meistens ein Kerngedanke (muss nicht das Thema hier sein) den ich verarbeiten will. Dann überleg ich mir, wie ich zu ihm überhaupt hinkommen will. Wenn das grobe inhaltliche Gerüst gedanklich steht, fang ich einfach an zu schreiben und improvisiere den Rest.
In diesem Wettbewerb kam noch hinzu, dass ich einen bestimmten Schreibstil kopieren/teilweise annehmen wollte, aber darauf achte ich sonst nicht besonders.
Interessant dass eigentlich alle die selbe Herangehensweise haben
Danke schön.
Gute Frage, ganz sicher bin ich mir da auch nicht.
Absolution spielt sicherlich die größte Rolle und auch ein Bedürfnis, über das Erlebte zu sprechen. Warum er letztlich so viele Informationen preisgibt, ist vielleicht auch seinem Wesen geschuldet, denn als Mann der Wissenschaft fällt es ihm, allen Worten zum Trotz, nicht leicht, Wissen einfach verloren zu geben.
Verflucht ist er nicht umbedingt, aber das Geheimnis hat diese seltsame Eigenschaft, sich selbst zu erhalten und die Menschen in seinen Bann zu ziehen, so wie @Mevarit schreibt. Ich habe es nicht als “Falle” konzipiert, aber die Interpretation gefällt mir.^^
@FIFAnier95 Wenn ich ein Thema gegeben habe, überlege ich erstmal, was man alles machen kann - wie lässt sich beispielsweise „TAG“ definieren, welche Kernaussage wäre spannend, gibts was, was ich schon immer mal umsetzen wollte …
Zu diesem Thema habe ich tatsächlich sogar zwei Geschichten geschrieben (beides eher Kindergeschichten, was ich bei meinen Romanmanuskripten nie mache).
Durchgeplant habe ich die Sache nicht, es gab eine Handlung und ich habe sie erzählt. Ich verlasse mich da ganz auf meine Intuition