Thema #11: Drogensucht, -missbrauch oder Suchttherapie
Film: Climax von Gaspar Noé
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 97 Minuten
Wo gesehen: bluray
Gaspar Noé verknüpft hier prägende Elemente seiner vorangegangenen Meisterwerke Irreversibel, Menschenfeind, Enter the Void und wahrscheinlich auch Love, den ich leider noch nicht gesehen habe, zu einem weiteren verstörenden und faszinierenden Rauscherlebnis mit wunderschönen Bildern, unheimlich putschender Musik und bedrückender Eskalation.
In einem abgelegenen Schulgebäude inmitten einer verschneiten Winterlandschaft trifft sich eine Gruppe von ca. zwanzig Tänzern um ihre Choreographie weiter einzustudieren und zu feiern. Es wird Sangria serviert, doch mit zunehmender Dauer offenbart sich, dass es nicht nur Alkohol sein kann, der die Gruppe zu immer wilderen und abstruseren Aktionen treibt. Irgendwer hat sie offenbar alle unter Drogen gesetzt.
Im Prinzip ist der ganze Film ein langes Musikvideo, die ganze Zeit pumpt der Bass, tanzen Menschen, fliegt die Kamera als distanzierter Beobachter von Drama zu Drama und man selbst wird immer tiefer in den Horrortrip eingesogen. Ich habe es geliebt.
Nach Irreversibel und Menschenfeind hat sich Noé nun mit Climax wohl endgültig an die Spitze meiner Liste von Lieblingsregisseuren abgesetzt. Seine Filme sind einfach jedes mal ein schaurig schönes Erlebnis.
Die Hintergrundinformationen, dass nur zwei der Darsteller Schauspieler sind, es keinerlei Drehbuch und geschriebene Dialoge gab, das Ganze in fünfzehn Tagen gedreht wurde und natürlich, dass die zweite Hälfte, der große Niedergang, ein 42-minütiger Oneshot ist, lassen mir dann auch keine andere Wahl:
5/5