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Kritik an Jäger & Sammler

Damit du auch nicht den Eindruck bekommst ich wäre nur dagegen, wenn du etwas schreibst: Ich sehe diese Sache recht ähnlich. Wer jemanden aufgrund von bestimmten Faktoren herabsetzt, handelt rassistisch. Sollte man klar so benennen, egal ob der Rassismus von einem “besorgten Bürger” oder von irgendwelchen Minderheiten formuliert wird.

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Natürlich sollte eine größere Akzeptanz in der Gesellschaft herrschen. Vorurteile entstehen jedoch nicht dadurch, dass man jedem Migranten pauschal einen Stempel aufdrückt sondern, dass sich historisch gesehen bestimmte stereotypische Muster für eine bestimmte Gruppe herausbilden. Das wird man, so sehr man sich auch bemüht nicht verändern können. Wenn man beim Asiaten immer Ente mit Reis bestellen kann und dann plötzlich bietet er auch Döner an findet man das merkwürdig. Das liegt nicht daran, dass er es vielleicht nicht genauso gut könnte, sondern daran, dass wir ihn nicht damit assoziieren.
Gleiches gilt auch für bestimmte Charakterzüge unterschiedlicher Nationalitäten z.B. heißblütige Spanier/Italiener oder kühle Norweger/Schweden. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass es nicht auch introvertierte Spanier und extrovertierte Schweden gibt - Es entspricht aber nicht unserem Bild für die Nation, welche sich über Jahrzehnte zementiert hat.

Wenn wir ehrlich sind muss sich in der heutigen Gesellschaft jeder irgendwann irgendwie profilieren. Sei es dir zu kleine Mann, dem beim Basketball misstrauen entgegen gebracht wird, der Kindergärtner den man das Erste mal misstrauisch beim Umgang mit den eigenen Kindern kritisch beäugt, oder die viel jüngere Cheffin die sehr viel ältere Untergebene unter sich vereint. Hier wird ja auch nicht mit der Umkehrung des Unschuldsprinzips argumentiert, obwohl zumindest Ersterer ja genauso wenig für sein Aussehen kann.
Eine einzelne Person wird nicht in der Lage sein, die gesellschaftliche Sicht auf eine ganze Gruppe ändern können, aber er wird in der Lage sein die Sicht auf sich ändern zu können.

Wenn ich darüber nachdenke erfolgt eine Stigmatisierung hauptsächlich bei Nationalitäten aus dem nahen Osten und Afrika. Asiaten sind kaum betroffen und werden eigentlich eher als hart arbeitend angesehen. (Auch sie haben natürlich mit gewissen Vorturteilen zu kämpfen, doch auch wir sind natürlich nicht vor diesen im Ausland gefeit).
Ich denke im Umgang mit großen Flüchtlingsströmen hat der deutsche Staat definitiv die Schuld zu tragen - Man hätte auch bereits in den 70er Jahren Migranten besser verteilen sollen bzw. ihnen größere Freiheiten in der Wahl ihres Wohnortes lassen sollen. Eine Abschottung dieser Kulturen durch Unterbringung in Wohnblockanlagen hat nur zur Bildung einer Parallelgesellschaft beigetragen. Wie man das Problem jetzt löst - Keine Ahnung. Man hätte diese Personen schnell in Lohn und Brot führen sollen, um so schnell wie möglich einen Austausch zwischen den Kulturen zu gewährleisten.

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Wann habe ich behauptet, das ich nicht rassistische sein kann? Ich stehen genauso auf der Seite der Macht und bin zumind. passiv Rassistisch.
Können wir jetzt noch Tage darüber diskutieren, ändert aber nichts daran wie in der Wissenschaft der Begriff Rassismus behandelt wird.

Ja natürlich kann das jeder sein, nur steht Tarek nun mal in der Position es sein zu können. Das es Diskrimminiert, darüber können wir sprechen, aber er bleibt kein Rassist.

Und ich habe nie von der Mehrheit gesprochen, sondern allein von Machtverhältnissen.

Das “ich” ist in dem Fall nicht auf dich bezogen, sondern auf Tarek oder andere, die meinen Aufgrund einer tatsächlichen oder vermeintlichen Minderheitenposition heraus nicht rassistisch sein zu können. Die Definition von Rassismus ist unfassbar einfach und es spricht für niemanden, wenn er versucht daran etwas zu drehen und nein, auch nicht für “Wissenschaftler”, die hier etwas umdefinieren und damit Rassismus Vorschub geben. Tarek ist ein Rassist, daran ändert sich nichts, wenn irgendjemand an der Uni meint einen Begriff umzudefinieren oder eine weitere Definitionsebene einzubringen.

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Im Endeffekt argumentiere ich hier auch mit der Umkehrung des Unschuldsprinzips :wink: Ob ich jemanden die Qualifikation abspreche, weil er einen arabischen Namen hat, oder weil die Person weiblich ist, etc… ist alles bekämpfenswert und wird hoffentlich irgendwann immer weniger. Doch hier spanne ich auch den Bogen zu den Vorurteilen. Du hast richtig beschrieben, dass es positiv wie auch negativ konnotierte Vorurteile gibt und diese nicht einfach plötzlich aus dem Nichts auftauchen.
Aber ich sehe an dieser Stelle “dass sich historisch gesehen bestimmte stereotypische Muster für eine bestimmte Gruppe herausbilden. Das wird man, so sehr man sich auch bemüht nicht verändern können.” einfach nicht diese passive Endgültigkeit und implizierte Natürlichkeit dieses Vorgangs. Schließlich können und werden solche Prozesse halt auch gesteuert und Vorurteile werden so auch gezielt konstruiert, sei es durch Medien oder auch einfach die lautesten am Stammtisch. Hier sehe ich zumindest Potential in der Zukunft (und die letzten Jahre hierbei als die Talsohle in einer Sinuskurve) dass wir hier selbstregulierender und auch aufmerksamer werden. Mögen hier manche “PC Diktaur” schreien, ich selbst sehe langfristig die Vorteile für die Gesamtgesellschaft. Schließlich haben wir als Menschheit schon einige Sachen überwinden/transformieren können.

Naja, ich wurde in meinen jungen Jahren hier gerne als diebischer Polake gegrüßt nach der Ankunft und habe meinen Teil an rassistischen Entgleisungen abbekommen. Ich habe dabei noch das Glück gehabt nach Außen hin unauffällig zu sein. Wenn ich ehrlich bin will ich gar nicht wissen wie ungleich schwieriger es geworden wäre, wenn dem nicht so gewesen wäre.

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Auch wenn ich ebenfalls den zu überdefinierten Rassismusbegriff kritisch sehe, so halte ich deine Aussage für fragwürdig. Habe mir da jetzt einige Videos von ihm reingezogen, aber das Prädikat Rassist zu sein ist in meinen Augen falsch. Er postuliert, dass es ein Machtgefälle in Deutschland gibt zwischen “priviligierten weißen alten Männern” und Minderheiten bzw marginalisierten Gruppen auf der anderen Seite. Das kann man kritisieren, wegen Frontendenkens oder aus anderen Gründen, aber für rassistisch halte ich dies nicht. Er formuliert ja nicht, dass diese Gruppe minderwertig ist, sondern einen priviligierten Status hat.
Wie gesagt, kann man drüber streiten wie sehr diese Gegenüberstellung Sinn macht für einen weiteren Diskurs, aber es auf die gleiche Stufe zu stellen mit Aussagen von einem Dorfnazi, der gerne den abfackeln und den ertrinken lassen würde - sorry, das geht nicht auf. Hier gibt es einen substanziellen Unterschied - und auch deshalb weil er sonst braune Hohlbirnen ungefährlicher erscheinen lässt (Nach dem Prinzip: Ach, dass sind also die Rassisten, die sich Sorgen machen ob Dreadlocks tragen zu viel kulturelle Aneignung bedeuten könnten… :wink: )

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Kleine Erinnerung an diesen wunderschönen Thread:

Wenn ihr über die allgemeine Definition von Rassismus, Klassismus oder ähnlicher -ismen sprechen möchtet, legen wir euch diesen Thread herzlich nahe.

Hier seid ihr richtig, wenn ihr auch kritisch mit Jäger & Sammler auseinandersetzen wollt.

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Ich finde es wichtig, dass über Rassismus, Sexismus und patriarchalische Strukturen geredet wird, auch wenn einige Beiträge von J&S kritisch zu betrachten waren.

Mochte die Folge und freue mich über die Gäste und die nächsten Gäste. :slight_smile:

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Nur mal so als Frage, triggert euch “Kritiker” bereits dieses Video hier?

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Also ich fühle mich von dem Video nicht angesprochen und auch nicht getriggert.

Aber: Ich finde das Video auch nicht besonders gut, ich finde das Thema hat einen anderen Ansatz mit etwas mehr Inhalt verdient.

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Man kann auch etwas kacke finden ohne getriggert zu finden.
Sollte eigentlich bekannt sein.

Der einzige der mimimi macht ist dieser „Journalist“.

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Ja, und was findest du daran kacke? Ich mein du findest es kacke, das ist eine (negative) Reaktion, das meinte ich mit “triggern”. Im Gegensatz zu es lässt dich ungerührt.

Das ist halt “Journalismus” auf Bild-Niveau. Man kann ein vielschichtiges Thema wie Alltagsrassismus nicht mit Pappaufsteller- und Plastikhammermethoden bearbeiten. Das Video ist absolut plump, hat keine Tiefe, bietet keine Lösungen an und stellt die Welt ganz simpel in Gut und Böse dar. Es wirkt einfach - wie so vieles von J&S - wie von Zweitklässlern produziert, die gerade zum ersten Mal davon erfahren haben, dass es so etwas wie Rassismus gibt.
Aber zumindest werden in diesem Video keine Falschaussagen oder Verschwörungstheorien verbreitet und auch nicht versucht, politische “Gegner” zu doxxen und anzugreifen. Es ist also noch eines der besseren Videos von J&S. Wenn auch nicht gut.

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Falschaussagen und Verschwörungstheorien? In welchem Video find ich die?

Nebenbei find ichs jetzt nicht sooo falsch zu versuchen rauszufinden wer sich hinter widerwärtigem rassistischen Dreck im Internet versteckt. Da hält sich mein Mitleid in Grenzen. Zumal doxxing eher ein Ding der rechten Internet-Troll-Armee ist, siehe Anfang dieses Jahres, 0rbit (hat man seither auch nix mehr davon gehört), wo das who is who der Hassobjekte der Rechten, u.A. auch Tarik Tesfu und Rayk Anders, Ziele waren…und das war nicht nur ein doxxing Versuch, sondern auch tatsächlich in großem Umfang durchgeführt. Aber um das abschließend beurteilen zu können müsstest du mir schon sagen wen er da genau doxxen wollte.

Der Rest deiner Argumente wirkt auch bissl generisch. Seit wann muss man Lösungen anbieten wenn man ein Problem benennt? Das Video ist simpel gemacht und es bringt es auf den Punkt, nämlich dass es lächerlich ist, wenn sich Weiße/Deutsch in Deutschland benachteiligt fühlen. AUSSERDEM: Es ist ja schon gelabelt als “Rant”, also sprich: Wutrede/Tirade, es soll also polemisch/überspitzt sein, wie auch immer…ist an sich nichts falsches.

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naja, ich finde das Video auch nicht gut, weil es eben recht verallgemeinert ist.

Dennoch, habe ich echt nicht verstanden, wie viele Leute im Interent dieses Video so extrem haten. Es ist noch nicht mal hart beleidigend oder bezieht sich mehr an die PEGIDA, AfD-Fraktion, als auf alle deutschen bzw. alle weißen Menschen, aber okay :sweat_smile:

bessers Mimimi-Video ist das ist:

Ja schon komisch, wenn ich “Tarik Tesfu doxxing” google, krieg ich nur Informationen dazu, dass ER von Rechtsradikalen gedoxxt wurde…

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Ehrlich gesagt ist das ja der Punkt, ich bin weiß und fühle mich von Tariks Aussagen überhaupt nicht diskriminiert oder angegriffen, weil ich mich auch nicht angesprochen fühle. Eigentlich müsste ich mich ja beleidigt/diskriminiert fühlen wenn es gegen “Weiße” gerichtet ist was er sagt?
Aber ist es ja nicht, er greift implizit Rassisten damit an, nicht “die Deutschen”…

Man könnte jetzt behaupten, dass das was über diejenigen aussagt, die sich davon angegriffen fühlen…

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Nur mal so als Frage für euch Rassisten-Versteher:
Selber Inhalt von einem weißen Deutschen, der sich über Migranten mit dunkler Hautfarbe im selben Ton echauffiert.
Meinst du das würde dich triggern?

Vermutlich würden 3 Wochen lang die Zeitungen darüber schreiben und es würde Talkshows wegen dieser unglaublichen “rechten Hetze” geben.
Und irgendein Grundgesetz-verachtender CDU/SPD/Grünen-Politiker würde schon mal das nächste Zensur-Gesetz in Stellung bringen.

Davon mal abgesehen sind die Strohmänner, die er in dem Video aufstellt, mitunter mehr als nur lächerlich.
“Nafri”? “Drogendealer”?
Klaf … das bekommt er bestimmt ständig zu hören/lesen. :roll_eyes:

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Ich lese schon wieder das J&S angeblich doxxing betrieben hätte. Bei wem sollen sie das denn getan haben?

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