Zuletzt habe ich mich auch an drei Klassikern gemacht, die ich noch als Leihe bzw. Kauf offen hatte bei Amazon. Taxi Driver hatte ich mir extra als Milestone beim Letterboxd aufgespart. ![]()
Taxi Driver (Amazon, gekauft vor längerer Zeit)
Mit The King of Comedy und Raging Bull hatte ich dieses Jahr schon zwei Filme von Scorsese nachgeholt, so was es nun soweit, auch endlich Taxi Driver zum ersten Mal anzugehen. Casino und GoodFellas sind noch offen, letzteren hatte ich leider zuletzt hier bei einer Event-Vorführung verpasst. Sonst möchte ich unbedingt noch After Hours sehen, ich mag Filme mit NYC-Setting.
Als der Abspann von Taxi Driver lief, war ich mir noch unsicher, ob ich diesen oder The King of Comedy mit Robert De Niro besser finde oder beide gleich gut. Beide haben ihre Stärken, beide haben ihre Momente, die ich ein bisschen weniger mag, und De Niro spielt halt in beiden Filmen einen schwierigen Charakter, dies absolut fantastisch. De Niro hatte zu der Zeit wirklich einfach einen Lauf, ein gutes Händchen und/oder diese Scorsese-Kombi. Ja, päter auch noch. The Godfather: Part II (1974), mochte seinen Plot, Taxi Driver (1976), The Deer Hunter (1978)*, Raging Bull (1980), auch wenn ich diesen als Film weniger mochte, The King of Comedy (1982), Once Upon A Time in America (1984).
-* Gerade, wo ich es schreibe, sehe ich, dass The Deer Hunter bei Mubi ist und ich auch noch auf meiner Liste habe.
Über Taxi Driver wusste ich immer nur, dass was man aus dem Titel liest. Das Taxi, und auch das er halt in NY unterwegs ist und mit der Waffe nicht zimperlich ist sowie auch die Inspiration für Philipps’ Joker. Wie The King of Comedy halt auch. Vom Inhalt her spinnt man sich dann immer ein wenig mehr zusammen und ich war überrascht, dass es doch andere Bahnen annimmt. Es ist viel ruhiger und nimmt viel mehr Zeit für die Entwicklung von Travis Bickle. Blutig wird es dann eher zum Ende. Über den Charakter muss nicht viel sagen, es gibt Beweggründe, man lernt ihn kennen und auch verstehen irgendwie, dieser Lone-Wolf-Werdegang. Man muss ihn dann aber trotzdem nicht mögen oder mit ihm sympathisieren. Das fängt schon mit dem ersten Date (
) an und es folgen dann noch ein paar Szenen. Die Atmosphäre gefällt, die Straßen von NYC in den 70er und 80er sind immer spannend.
Ja, ja. Das Ende. Das ist so ein Punkt, wo man drüber diskutieren kann. Die Schießerei fand ich nicht ganz so schön, liegt vielleicht dran wie diese inszeniert war und so am persönlichen Geschmack. Als Ende wie es wohl gedacht war, gefällt es mir auch nicht so 100%ig. Ja, man kann es interpretieren wie man möchte. Paul Schrader und Scorsese hatten aber wohl keine Intention, dass hier irgendwas interpretiert wird bezüglich Traumsequenz / Todesfantasie, finden im Nachgang aber legitim durch Zuschauer. Es ist dann auch so eine Parallele zu The King of Comedy später. Ich weiß nicht, was Scorsese dazu sagte, über das Ende mit Realität und Fantasie konnte man auch gut diskutieren. Insgesamt aber ein starker Film, mit großartiger Performance.
Eyes Wide Shut (Amazon, geliehen zuletzt für 0,99 Cent)
Es liegen noch einige Filme von Kubrick vor mir. Mit Eyes Wide Shut hatte ich jetzt tatsächlich mehr Spaß als mit 2001: A Space Odyssey und auch The Shining. Über Ersteren hatte ich schon öfter geschrieben, dass ich den in einer Kinovorstellung über den Großteil der Passagen so langatmig und für mich nicht interessant fand. The Shining war netter Psycho-Horror mit ikonischen Szenen. Eyes Wide Shut ist sicherlich auch keine leichte Kost, hatte mich am Haken, bei dem was da passiert.
Tom Cruise und Nicole Kidman sind wahnsinnig gut. Da man Cruise in den letzten Jahren nur noch als den Action-und-Stunt-Guru abgespeichert hat, ist das wieder eine komplett andere Welt. Ja, Schade, dass es da über allem aber halt die Scientology-Wolke schwebt. Die 2 Stunden 39 Minuten lassen sich nicht einfach so weggucken, trotzdem strahlt der Film immer wieder Spannung aus. Man möchte wissen was passiert, was für ein weirdes Zeug findet da gerade statt und wo ist Dr. William Harford hinein geraten. Hier spielte für mich auch die Musik eine große Rolle, einige Szenen haben eine grandiose musikalische Untermalung, schlicht mit dem Piano, aber für die Atmosphäre 1A. Ein wenig eingelesen habe ich auch schon zur Interpretationen und Bedeutungen und was man vielleicht verpasst hat.
Sonst war ich überracht als ich Sky DuMont im Tanz mit Nicole Kidman sah. ![]()
Casino (Amazon, gekauft letztens im Angebot)
Da kam der nächste Scorsese-Film ziemlich zeitnah. In den 2000ern hatte ich gern die NBC-Serie Las Vegas mit James Caan und Josh Duhamel geguckt, welche in einem Casino spielt. Mit dem Film kam dieser Vibe wieder zurück, auch wenn die Geschichte in den 70er spielt und die Serie in den 00ern und das ist, was am Ende kritisiert wurde wie Las Vegas heute aussieht. Natürlich basiert die Geschichte auf wahre Begebenheiten und Personen bzw. lässt sich da inspirieren. Das hätte man sich auch denken können, dass so etwas auch in der Realität geschieht, wenn man irgendwie Geld machen kann.
Über 13 jahre wird die Story erzählt, zeitweise fand ich es ein wenig lang, die 178 Minuten, waren notwendig, da viel passiert. Ich mochte die Einführung in die Casino-Welt, wer da wie und was macht. Auch das über den ganzen Film das Voice-Over von Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro) und Nicky Santoro (Joe Pesci) genutzt wird, um die Geschichte bzw. Teile der Geschichte zu erzählen, war nicht nervig und kam mir auch nicht zu faul vor, sondern passte gut. De Niro und Pesci sehr gut, aber auch Sharon Stone mit toller Präsenz.




