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Der deutsche Arbeitsmarkt / Jobmarkt

@Datscher @Kaineahnung @Bruce_Wayne @Mongke_Khan @Angrist @Realbrainlessdude

Hallo zusammen,

ich schreib euch mal hier, weil das Thema nicht mehr im obenstehenden Thread diskutiert werden soll und es keinen Thread zum Jobmarkt in Deutschland gibt. Auch kamen da verschiedene Meinungen auf, die man vielleicht aufarbeiten könnte, um den Arbeitsmarkt besser einschätzen zu können.

Also ich checke regelmäßig die Karriereportale verschiedener Konzerne und das sieht nicht besonders gut aus. Bei den meisten sieht es schlecht aus, wenn man die Filter so setzt, dass Schüler, Studenten, Praktikanten, usw. ausgeblendet werden.

So hat Ford z.B. gar keine freien Stellen

und BASF (Aktienkurs: BAS (FRA) 47,10 € -5,89 (-11,12 %), Umsatz: 62,67 Milliarden EUR (2018), Mitarbeiterzahl 117.628[1])) hat weltweit nur 314 Stellen für Einsteiger und 807 Stellen für Professionals (Akademiker und Facharbeiter zusammengerechnet). Ich gehe davon aus, dass mehr Mitarbeiter in Rente gehen, als eingestellt werden.

Das waren jetzt nur zwei Beispiele. Ist natürlich keine Stichprobe mit Aussagekraft. Entspricht aber so dem Eindruck, den ich zurzeit habe. Wie seht ihr das? Dass es der Wirtschaft gut geht (wie oben im Zitat stehend), hat P. Altmaier schon gegenteilig behauptet. Auch in den Nachrichten habe ich was von „ohnehin strauchelnder Wirtschaft“ gehört.

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Das ist Automobilindustrie. Das braucht einen nicht wundern, dass dort keiner eingestellt wird. Da isses derzeit eher ungeil. Betrifft auch viele Zulieferer etc wie Bosch, bei denen auch massiv Stellen gestrichen werden. Das eine komplette Branche auch in einer stabilen / guten Wirtschaft ausgeschlossen sind, ist normal. Ist halt gerade dort ein recht großer Umbruch und man muss gucken, wo die Reise hingeht.

807 Stellen bei BASF klingt jetzt eigentlich nicht sooo schlecht. Kommt natürlich drauf an, auf wie viele Länder / Regionen sich diese Stellen “weltweit” verteilen.

Ich höre aus diversen Branchen eigentlich eher immer, dass (hoch)qualifizierte Leute gesucht werden.

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Also bei uns in der firma werden momentan immer noch ITLer gesucht.

Sohn der Kollegin macht seinen Master in irgendwas mit KI und als die Kollegin das zufällig in gegenwart von einem ITler erwähnt hat, stand ne Stunde später der IT Chef bei Ihr und hat ihr quasi nen Vertrag für ihn mitgegeben falls er interesse hat.

Und das kriege ich auch von anderen Firmen in der gegend mit.
IT ler die gute Qualis haben werden immer noch händeringend gesucht.
Schlecht sieht es gerade aus wen man einfach nur im Vertrieb/Export arbeiten will

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Und meiner einer will nicht mehr in der IT arbeiten, da der Job einen ausbrennt (oder zumindest mich nach 15 Jahren). Irgendwo natürlich schön blöd nicht mehr in so einer stark gesuchten Branche arbeiten zu wollen, aber ich hab einfach keine Lust mehr mit “toten” Objekten zu arbeiten. Macht mich auf Dauer echt wahnsinnig.

Ich bin ITLer ohne Studium, nur ein abgebrochenes duales Studium und danach ne Ausbildung.
Seitdem habe ich einmal den Job gewechselt um nicht nur reinen Support, sondern auch etwas mehr Projektbezogene Arbeit zu machen.

Auf Xing bekomme ich im Schnitt eine Nachricht pro Woche von irgendeinem Recruiter.
Und ich hab nicht angegeben, das sich auf der Suche bin und habe sonst auch wirklich keine besonderen Fähigkeiten angegeben.

Wieviele % der ITler werden eigentlich für Data Analysis gesucht?

Das kann ich nicht beantworten. Ich suche derzeit aber mehrere ITler, um das zu analysieren.

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Ein großer Fehler bei der Jobsuche ist mMn immer dass man nur bei den „Großen“ schaut. Also wie in deinem Startpost BASF oder Ford.

Deutschland ist wirtschaftlich vor allem so stark weil es viele, sehr viele mittelständige Betriebe (mit vllt 50 - 200 Mitarbeitern) gibt. Hier wird händeringend gesucht. Ich arbeite in einer IT Firma (~90 Mitarbeiter) und wir suchen zB schon seit Jahren einen neuen Softwareentwickler (aber auch Leute für die Verwaltung) und finden einfach nichts. Hatten letzten Jahr genau 2 Bewerbungen. Das liegt eben auch daran, dass viele nur Augen für die großen und bekannten Namen haben.

Deshalb mein Tipp: Schaut euch die No-Name-Betriebe an.

Übrigens noch ein Tipp: Städte und Verwaltungen suchen auch überall händeringend nach Leuten und da ist ein Quereinstieg oft einfacher als in der Wirtschaft. Also wer was sucht, könnte auch da mal schauen :slight_smile:

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Da hast du dir aber natürlich auch 2 passende Exemplare ausgesucht :sweat_smile:. Der Automobilindustrie geht es ja schon länger nicht so gut und BASF baut aktuell weltweit ca. 6000 Stellen ab.

Würde sagen, dass das Ganze aktuell sehr stark Branchenabhängig ist. Je nachdem welche Filter und Parameter du bei der Jobwahl berücksichtigt, schränkt das die Einzahl natürlich deutlich ein. Viele Unternehmen wollen halt die eierlegende Wollmilchsau, jung, belastbar, gut qualifiziert, und 10 Jahre Berufserfahrung. Sehe es gerade nämlich selber. Bin gerade nach meinem Bachelor auf Jobsuche, wenn ich jetzt in der Nähe von meinem Wohnort bleiben möchte und als Berufseinsteiger einen Job suche, dann ist die Auswahl stark begrenzt. Dabei werden Leute in der Immobilienbranche, speziell in der Baufinanzierung stark gesucht.

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Ja, ist halt die Sache, dass Angebot und Nachfrage nicht unbedingt immer lokal gematched sind.

Ich hätte letztes Jahr z.B. ne Stelle bei BASF annehmen können. Der wäre aber am Arsch der Heide gewesen und die entsprechenden Vereinbarungen, die das für mich okay gemacht hatten, sah die BASF in der Gehaltsstufe nicht vor.

Da ich nicht an den Arsch der Heide ziehen wollte, hab ich halt meinen aktuellen Job behalten (der aber ja auch okay ist, hatte also auch nicht so den Turbo-Bedarf zu wechseln).

Ich schaue mich auch gerade wieder um (ohne große Not), und wenn man nicht weit umziehen will, schränkt es die Möglichkeiten eben ein.

Wäre ich gerade Single und würde alleine wohnen, könnte ich vermutlich innerhalb eines Monats recht schnell einen neuen Job finden. Hier direkt in der Umgebung gibt es aber nur wenige Jobs, die ich richtig ansprechend finde. Also bleibe ich erstmal noch ne Weile im aktuellen (der, wie oben gesagt, ja auch nicht so schlecht ist).

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Bin nicht aus der IT Branche, ist bei mir aber auch so. Wäre ich örtlich flexibel, könnte ich in unter einem Monat einen guten, interessanten Job antreten.

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Bin ich auch nicht. Ich glaube, dass ist eine generelle Regel. Wenn man örtlich ungebunden ist, macht es die Jobsuche sehr viel einfacher.

Nur weil es insgesamt vielleicht Stellen gibt die X brauchen, heißt es ja nicht, dass diese Stelle jetzt unbedingt am Ort Y gebraucht wird.

Aber ist es im Endeffekt dann nicht auch wieder schwierig ne passende Wohnung zum neuen Job zu finden?

Kommt drauf an :smiley:

Also erstmal natürlich auf die eigenen Ansprüche, aber vor allem auf den Ort wo man hin will.

Hatte Anfang des Jahres ein Angebot aus Mannheim (was aus anderen Gründen dann nicht geklappt hat). Da hatte ich mich dann auch nach einer Pendlerwohnung umgeguckt. Das wäre schon nicht so richtig einfach geworden, das stimmt wohl.

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Wunderbare Stadt :grin:
Aber Wohnungsmäßig glaube ich wirklich nicht so einfach hier.
Wenn ich nicht durch Zufall und Vitamin B an meine aktuelle Wohnung gekommen wäre, würde ich wohl noch bei meinen Eltern wohnen.
Bekomme nur von Freunden mit die was suchen, dass das recht schwierig ist.

War kurz davor in Heidelberg zu gucken, aber dann dachte ich mir: "Ne Pendlerwohnung, von der ich nochmal extra zur Arbeit pendeln muss? Lieber nicht :smiley: "

Aber ist ja eh nix geworden, von daher hätte hätte Fahradkette^^

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Allgemein muss man echt sagen, dass es hier bei uns im Eck Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe echt Jobs ohne Ende gibt. Kenne eigentlich keine Firma die hier nicht sucht. Gut ist natürlich viel im IT Bereich. Aber auch BWL Jobs sind viele ausgeschrieben.

Also kommt alle her xD

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In der naehe von Heidelberg habe ich vorher gewohnt, wohl eine der schoensten Staedte in DE…Aber leider gibt es dort keinen Job fuer mich :stuck_out_tongue:

Und irgendwie interessant wie stark IT’ler gesucht werden, haette ich nicht erwartet.

Kommt wohl drauf an, wieviel man verdient.

Kumpel ist schon 10 mal umgezogen, nie Probleme, aber der verdient eben auch 4000 netto, sprich ob die wohnung nun500, 700 oder 1000€ kostet Miete, stört ihn kurzfristig erstmal nicht.

Bin Mitte letzten Jahres mit meinem Masterstudium (BWL) fertig geworden. Habe erstmal in meiner Heimat, dem Saarland, was gesucht. War leider nicht so erfolgreich, da ich keine wirkliche Berufserfahrung hatte.

Durch Interviews, die ich für meine Masterarbeit geführt habe, bin ich mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin in Kontakt bekommen. Damals hieß es, dass Sie dort immer mal wieder Leute suchen und ich doch mal meinen Lebenslauf vorbei schicken könnte.
Als ich nach 3 Monaten im Saarland immernoch nichts gefunden hatte hab ich das dann getan und seit Dezember bin ich nun hier in Berlin :smiley:
Und ich wage zu behaupten, dass die Wohnungssuche als junger deutscher (ja leider macht das auch was aus) mit gutem Job und doch recht anständigem Gehalt nicht so schwierig ist. Habe innerhalb von 3 Wochen eine tolle Wohnung gefunden.

Hatte also sehr viel Glück, ansonsten wäre ich wahrscheinlich noch arbeitslos oder in irgendeinem schlecht bezahlten Praktikum. Sobald man Berufserfahrung hat wird es wesentlich einfacher.