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Klimawandel - Forschung, Entwicklung und Klimaschutz

Der Klimawandel gilt derzeit als eines der größten Veränderungen in der Umwelt und als eines der größten globalen Probleme für viele bewohnte Gebiete der Erde und des Zusammenlebens von Menschen.

Welche Entwicklung seht ihr in der Forschung? Welche Maßnahmen werden von den Regierungen durchgeführt? Was verändert ihr persönlich für den Klimaschutz? Nehmt ihr einschneidende Veränderungen war oder lebt ihr wie bisher? Was muss sich ändern?
Geht Klimaschutz mit Umweltschutz auf der individuellen Ebene einher?

Zur gesamten Thematik:
Die Änderung des Klima, also des mittleren Zustands der Atmosphäre an einem bestimmten Ort über einen längeren Zeitraum - im Gegensatz zum Wetter -, gilt als wissenschaftlich gesichert. Die Mitteltemperatur der Erd- und Wasser-massen hat sich in den letzten Jahrzehnten signifikant stetig erhöht.
Das National Centers for Environmental Information hat viele weitreichende Informationen und Statistiken hierzu:
https://www.ncdc.noaa.gov/climate-information/climate-change-and-variability

Zudem gilt es als wissenschaftlicher Konsens, dass der Mensch für den Klimaveränderungen seit der Industrialisierung (durch Energieerzeugung, Industrie und Verkehr gelangen Treibhausgase in die Luft) verantwortlich ist.

Die Bundesregierung hat im August 2019 eine Anfrage beantwortet, dass 99% aller wissenschaftlichen Fachaufsätze die menschengemachten Ursachen als größten Faktor sehen.

Die Folgen des Klimawandels sind gravieren.

Folgen

Die Wetterextreme nehmen zu, Landstriche verändern sich (Wüstenausdehnung, Anbaugebiete kommen hinzu/verschwinden, Gletscher ziehen sich zurück), der Meeresspiegel steigt durch das Schmelzen des (polaren) Eises, Küsten werden unbewohnbarer und daraus ergeben sich auch unmittelbare Folgen wie Migration und Flucht, Aussterben von Lebewesen und vieles weitere.

Der Weltklimarat IPPC veröffentlichte im September 2019 einen neuen Bericht, dass de Folgen der Klimaerwärmung bereits jetzt schon sichtbar und spürbar sind
Zusammenfassung in der Zeit
https://www.ipcc.ch/srocc/home/

Daher gib es schon seit Jahrzehnten internationale Vereinbarungen und Maßnahmen den Klimawandel zu mindern/aufzuhalten/entgegenzuwirken mehr oder weniger wirksam und entschlossen. Auch die Bundesregierung gab neue Vereinbarungen im Herbst 2019 bekannt auch auf Druck von Bewegungen wie Fridays for Future.

Die Zeit hat alle aktuellen Maßnahmen zusammengefasst

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Wie seht ihr eigentlich den Gedanken, in Bezug auf Klima- und Umweltschutz, dass es eigentlich effektiver wäre, wenn wir mehr Energie und Mühe in die Unterstützung von Entwicklungsländern legen?

Das soll natürlich nicht heißen, dass wir uns in Deutschland auf die Schulter klopfen können und nichts verändern müssen, aber wenn ich sehe wie es aktuell zum Beispiel in Indonesien aussieht, dann müsste man eigentlich dort ansetzen. Eventuell ist das naiv gedacht, aber gefühlt würde unser Geld dort mehr bewirken.

Dieses Land ist unfassbar groß, aber hat leider kein Verständnis für ihre Umwelt. Alles ist dort in Plastik und wird verbrannt oder ins Meer geworfen. Das Hauptverkehrsmittel ist der Roller, welche alle mit Benzin laufen. Dieses Land wäre prädestiniert für Solarenergie, da die Sonne das ganze Jahr über scheint und die Roller müsste man in E-Roller Stück für Stück umwandeln. Natürlich würde das sehr lange dauern und kann nicht von Deutschland bezahlt werden, aber jeder Euro dort in Projekte, wäre für den Planeten effektiver als hier.

Und es gibt ja noch Länder wie Pakistan oder Indien wo es ähnlich aussieht. Dort leben so viele Menschen und man könnte mit weniger Geld mehr für die Umwelt erreichen.

Wahrscheinlich sind meine Überlegungen in der Realität utopisch, aber wenn man wirklich den Planeten retten möchte, wäre es an diesen Orten effektiver.

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Solche Projekte bringen nichts wenn die Bevölkerung dort nicht ein emotionales oder finanzielles Investment darin hat.

Gibt Genug Beispiele aus Entwicklungsländern wo man etwas gebaut hat und den Leuten gezeigt hat wie es funktioniert, und dann schaut man nach einem Jahr vorbei und es ist kaputt und obwohl es mit simpelsten Mitteln zu warten oder reparieren wäre, wurde es nicht getan weil die Leute kein Investment darin hatten.

Man hat es wie ein Werbegeschenk XY eben verwendet solang es ging und dann ignoriert oder weggeworfen.

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Die haben pro kopf und absolut weniger co2 verbrauch als deutschland oder usa.

Warum sollten wir also dort ansetzen?

Deutschland liegt sowohl im absoluten CO2-Ausstoß, als auch im CO2-Ausstoß pro Kopf weit vor Indonesien. Und Entwicklungsländer kannst du, was das angeht, aktuell sowieso komplett vernachlässigen.

Genauso wenig kann man sich beim Plastik aus der Verantwortung ziehen:

Die Hauptursache für die Umweltverschmutzung liegt immer noch im Konsum der Industrieländer (und mittlerweile China). Bei uns ist es nur deshalb sauberer, weil wir den Müll und den dreckigen Teil der Produktion nach Asien auslagern.

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Ja da hast du natürlich recht, eventuell war mein Blick zu sehr auf die Zukunft geprägt. Wenn man sieht wie China und Indien in ihrem CO2 Ausstoß explodiert sind, habe ich ein wenig Angst, wenn das in anderen Ländern mit ebenfalls großen Bevölkerungsgruppen passiert.

Wäre gut, wenn man das vorher abfangen könnte. Es ist halt so traurig die Natur dort zu sehen und wie sie zerstört wird.

Nein, das stimmt auch nicht. China, Russland und Indien liegen vor deutschland. Indonesien, iran, brasilien, mexiko, südafrika liegen auf den plätzen hinter deutschland in den „top 15“ … oder eher worst 15?

Komplett vermachlässigen kann man die also nicht.

Vor allem da Lebensstandard „aufholen“ immer schneller geht als vorne weg ziehen.

Aber erst dort ansetzen wie von @M_Ghent angesprochen ergibt auch keinen sinn

das sind alles schwellen- und nicht entwicklungsländer?

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Die Länder werden doch eher zu den Schwellenländern gezählt?

Wir werden nicht darum herumkommen, hierzulande einen nachhaltigen Lebensstil und eine Gesellschaft zu entwickeln, die ohne hemmungslosen Konsum auskommt.

Wir haben die Ressourcen um die dafür benötigten technologischen und politischen Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Und so wie wir aktuell den zerstörerischen westlichen Lebensstil in die ganze Welt exportieren, können wir dann hoffen, dass die Länder auch den nachhaltigen Lebensstil adaptieren.

Aber aktuell überheblich auf andere Länder zu zeigen und sich selbst aus der Verantwortung ziehen zu wollen, ist einfach nur zynisch.

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Das stimmt. Er hat aber auch indien im posting genannt.

Ich hab es so interpretiert, er meint alles „außer“ industrieländer.

Das stimmt.

Das stimmt auch.

Du meintest aber: wir können z.b. Indonesien komplett vernachlässigen, was ich eben für falsch halte.

nein, lies nochmal genau, was geschrieben wurde:

das wichtige trennwort, welches die aussage zu indonesion von der zu entwicklungsländern trennt, habe ich mal markiert.

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Bevor es jetzt darum geht, ich habe mit “Entwicklungsländern” den falschen Begriff gewählt und meinte die Länder, die ich genannt habe.

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Das habe ich nie gesagt. Ich habe gesagt, dass der Einfluss der Entwicklungsländer auf den weltweiten CO2-Ausstoß ist aktuell vernachlässigbar ist.

Der Schaden, den die Industrieländer anrichten ist auch ohne Entwicklungs- und Schwellenländer schon viel zu groß. Das kann keine Entwicklungshilfe wettmachen.

Das alles bedeutet übrigens nicht, dass man die anderen Länder nicht unterstützen sollte. Dafür gibts so Instrumente wie dem Klimafonds im Pariser Klimaabkommen.

Ein perfektes Beispiel dafür, wie technologische Fortschritte hier in Schwellenländern adaptiert werden, ist die Solartechnologie. Die ist mittlerweile so billig, dass es sich schlicht gar nicht mehr lohnt, fossile Kraftwerke aufzubauen.

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Du meintest also „alles außer entwickelte industrieländer“?

Find ich toll, dass du dazu stehst, gerade obwohl dir hier zu deiner aussage eher gegenwind entgegnet.

Mit einem „aso hab mich nur unklug ausgedrückt, meinte gar nicht die entwicklungslämder“ hättest du dich einfach aus der affäre ziehen können.

Herz von mir dafür

Ich meinte die Länder die ich genannt habe. Da ich persönlich öfters in Indonesien bin, sehe ich halt mit eigenen Augen wie sich das Land verändert und was dort passiert.

Die haben halt einige Entwicklungsschritte übersprungen und dort vermischt sich jetzt moderner Kapitalismus mit eigentlich noch eher traditionellem Leben. Teilweise sind sie in den Städten weiter als wir, was bezahlen per App etc. betrifft.

Gleichzeitig gibt es aber kein Verständnis für Umwelt und Klimaschutz, was ich denen nicht vorwerfe, aber nun mal so ist. Dort wird für alles Plastik verwendet und auf offener Straße Benzin verkauft. Es fällt mir schwer zu glauben, dass sie eventuell unsere guten Veränderungen adaptieren, wenn es mit Verzicht zu tun hätte.

Ist aber auch normal, weil es mehr um Überleben und Nahrung geht.

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Die Diskussion hat sicher einen wichtigen Ansatz, ist aber meiner Einschätzung nach trotzdem am Punkt vorbei. Etwa die Hälfte des emittierten CO2 geht in die Atmosphäre, 20-30% gehen in die Ozeane, der Rest wird mehr oder weniger regional aufgenommen (Quelle). Heißt vereinfacht gesagt, dass es zu großen Teilen egal ist wo das CO2/die Treibhausgase produziert werden. Man muss nicht primär in den Entwicklungs-, Schwellen oder Industrieländern etwas tun, sondern überall und im drastischen Ausmaß. Was wir oder Deutschland tun können ist darüber hinaus durch praktische Gegebenheiten begrenzt: Wie soll man Indonesien (als Beispiel) dazu bringen, das zu tun was wir wollen? Mit “Entwicklungshilfe” bestimmt nicht, Indonesien ist ein hoch korruptes Land. Wir “schaffen” es ja nicht mal die dazu zu überreden die Menschenrechte einzuhalten. Der einzige Weg den man machen könnte ist über Wirtschaft, DE importiert im Jahr für fast 4 Milliarden im Jahr aus Indonesien und exportiert etwa drei (Quelle). Würde sowas passieren? Nein: Weil Arbeitsplätze. Lobbyarbeit.

Und auch die Vorstellung, dass wir durch technische Entwicklung und Fortschritt das Problem in den Griff kriegen können, wird von vielen Forschern zu recht angezweifelt. Nein, wir müssen weniger verbrauchen: Weniger Energie, weniger Konsum. Wir brauchen eine Ende des Wachstumsideal. Sonst können wir das alles vergessen.

Genau sowas meine ich. Ich sehe auch hier in DE bei den meisten Menschen keinen Willen zum relevanten Verzicht.


Übrigens, eine neue Studie zeigt, dass “grün” konsumieren alleine nicht glücklicher macht. Weniger konsumieren macht glücklicher!

https://www.emerald.com/insight/content/doi/10.1108/YC-10-2018-0867/full/html

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Ich war mal beruflich in indien. Dort ist es „normal“ den müll auf der straße einfach fallen zu lassen.

Hat jetzt zwar nicht direkt mit CO² zu tun, schadet aber der Umwelt auch massiv.

Symbolfoto aus dem Internet:

So sieht es dort tatsächlich fast überall aus. Mit ausnahme von „fotohotspots“ wie taj mahal oder ähnliches.

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Sorry, bitte nicht persönlich angegriffen fühlen. Aber zu behaupten, die hätten kein Verständnis für Umwelt und Klimaschutz, während man gleichzeitig regelmäßig nach Indonesien fliegt, ist einfach super ironisch.

Mit einem Hin- und Rückflug verursachst du 6.5 Tonnen CO2. Das ist fast das Vierfache von dem Schaden, den ein Indonesier im ganzen Jahr verursacht (1,8 Tonnen)

Der einzige Unterschied ist, dass sich der Schaden, den du (bzw wir alle) verursachst, viel leichter verstecken lässt. Der Glaube, dass wir hier ein besseres Verständnis hätten, ist nur mit einer sehr oberflächigen Betrachtung haltbar.

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Ist natürlich eine Katastrophe für die Umwelt und es ist aus unserer Sicht auch total unverständlich, warum das da dort so gemacht wird.
Aber auch hier möchte ich noch mal wieder anmerken, dass das ganze nicht so einfach ist. Menschen sind einfach so stark durch ihre Kultur geprägt, dass das eigene Handeln häufig gar nicht mehr auf “Vernunft” o.Ä. überprüft wird. Das gilt für uns alle und überall. Um das zu verdeutlichen, mal umgedreht:

Ich bin bin regelmäßig in Deutschland. Wie rücksichtslos und egoistisch die dort mit ihrer regionalen und globalen Umwelt umgehen ist unfassbar. Viele Menschen dort essen noch mehrmals in der Woche Fleisch, manche fast täglich! Obwohl doch wissenschaftliche Ergebnisse deutlich zeigen, dass dies maßgeblich zum Klimawandel beiträgt (ganz davon abgesehen, dass es in Massen fühlende Lebewesen gequält werden). Dabei zeigen wir hier in Indien doch, dass man kein Fleisch braucht, fast die Hälfte der Leute sind Vegetarier!

Fast noch verrückter, dort hat im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Menschen ein eigenes Auto. Und meistens fahren die dann auch noch alle alleine in ihrem Wagen. Wie kann man das nur machen, bei dem was wir wissen? Die denken auch noch, sie hätten ein Recht darauf…

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